Projektförderung

Die Projektförderung der Fritz Thyssen Stiftung richtet sich an Wissenschaftler aus den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Biomedizin.

Das geplante Vorhaben sollte sachlich und zeitlich begrenzt sein.

Thematisch ist eine Antragstellung in folgenden Förderbereichen möglich:

Auch interdisziplinär angelegte Projekte werden von der Stiftung begrüßt.


GRUNDLEGENDE INFORMATIONEN UND VORAUSSETZUNGEN

  • Anträge können grundsätzlich nur aus einer Hochschule bzw. gemeinnützigen Forschungseinrichtung heraus gestellt werden.
  • Anträge können von einem oder mehreren promovierten/habilitierten Antragstellern an die Stiftung gerichtet werden. Bitte beachten Sie, dass ab der Einreichungsfrist 30. September 2016 im biomedizinischen Bereich keine Anträge von bereits fest etablierten Wissenschaftlern (Lehrstuhlinhabern, Klinikdirektoren  etc.) entgegengenommen werden.
    • Vorgesehene Projektmitarbeiter können nicht als Antragsteller fungieren.
    • Nachwuchswissenschaftler können im Rahmen eines Projekts die eigene Stelle
       beantragen (s. eigene Stelle) und somit in diesem Fall als alleiniger Antragsteller
       fungieren. Davon ausgenommen sind Antragsteller im biomedizinischen
      Bereich.
  • Das geplante Vorhaben kann in der Regel einen Bearbeitungszeitraum von bis zu drei Jahren umfassen. Im Falle der Bewilligung werden üblicherweise zunächst Mittel für zwei Jahre bereitgestellt; für ein drittes abschließendes Projektjahr ist ggf. rechtzeitig
    (s. Einreichungsfristen) ein Verlängerungsantrag zu stellen.
  • Die Antragsteller müssen an den für das Projekt geplanten Forschungsarbeiten aktiv beteiligt sein. Vorhaben, die ausschließlich der Anfertigung von Doktorarbeiten dienen sollen, werden durch die Stiftung nicht unterstützt.
  • Die Stiftung nimmt zur Entlastung ihrer Fachgutachter grundsätzlich keine Anträge in parallele Bearbeitung zu anderen Förderinstitutionen. Ein von einer anderen Förderinstitution abgelehnter Antrag kann mit entsprechenden Erläuterungen
    (s. Antragsformular) bei der Stiftung eingereicht werden.
  • Die Revision bereits von der Stiftung abgelehnter Anträge ist in der Regel nicht möglich.

VORSCHLAG ZUR GLIEDERUNG DES ANTRAGS
(für Anträge im biomedizinischen Bereich siehe unten)

  • Antragsformular (im Original von allen Antragstellern unterschrieben)
  • Zusammenfassung (1-2 Seiten)
  • ausführliche Darstellung: Fragestellung, Stand der Forschung, eigene Vorarbeiten, Theorien und Methoden, geplantes Vorgehen mit Zeit- und Arbeitsplan, vorgesehene Mitarbeiter (ca. 15-20 Seiten)
  • fachlicher Lebenslauf und Publikationsverzeichnis des Antragstellers
  • ggf. fachlicher Lebenslauf und Publikationsverzeichnis der vorgesehenen Mitarbeiter
  • Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern
  • sachliche und persönliche Unterstützung aus dem Institutsetat oder durch Dritte
  • Bibliographie zum Thema
  • Kostenplan nach:

    • Personalkosten (in der Regel eine ganze Stelle oder zwei halbe Stellen
       in Anlehnung an TVL-E13, d. h. Gesamtlohnkosten inkl. Arbeitgeberanteil;
       für Projekte an ausländischen Einrichtungen sind die dort geltenden Sätze zur 
       Finanzierung von Personalstellen anzugeben)
    • ggf. Mittel für wissenschaftliche oder studentische Hilfskräfte

    • einmalige Kosten (Spezialliteratur, Lizenzen, kleinere Geräte u. ä.)
    • laufende Kosten, insbesondere Verbrauchsmaterial (pro Jahr)
    • Sonstiges (z.B. Aufträge an Dritte, Werkverträge)

    • Reisekosten

    • Angabe der insgesamt erbetenen Mittel (Bei umfangreichen Kostenplänen
       sollte nach Möglichkeit eine tabellarische Zusammenfassung erstellt werden, die
       nach Kostenarten und Jahren gegliedert ist.)

    Etwaige Mittel, die von der Universität oder von dritter Seite für das Projekt zur Verfügung gestellt werden, sollten separat ausgewiesen werden.

Die vollständigen Antragsunterlagen sind in einfacher Ausfertigung (nicht geheftet oder gebunden) postalisch zu übermitteln. Zusätzlich muss der Antrag einschließlich der Anlagen auf einem beschrifteten Datenträger oder per E-Mail (fts@fritz-thyssen-stiftung.de) möglichst in einer Datei (max. 10 MB; mit dem Papierausdruck übereinstimmender Version!) übermittelt werden. Die Antragstellung kann in deutscher oder in englischer Sprache erfolgen.

VORSCHLAG ZUR GLIEDERUNG DES ANTRAGS
IM BIOMEDIZINISCHEN BEREICH

  • Antragsformular (im Original von allen Antragstellern unterschrieben)
  • Zusammenfassung (max. eine Seite)
  • ausführliche Darstellung: Fragestellung, Stand der Forschung, eigene Vorarbeiten, Theorien und Methoden, verwendete humane Gewebeproben bzw. Zellen, geplantes Vorgehen mit Zeit- und Arbeitsplan, vorgesehene Mitarbeiter (ca. 15 Seiten)
  • fachlicher Lebenslauf und Publikationsverzeichnis mit bis zu zehn der wichtigsten Publikationen der letzten fünf Jahre des Antragstellers
  • ggf. fachlicher Lebenslauf und Publikationsverzeichnis der letzten fünf Jahre der vorgesehenen Mitarbeiter
  • Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern
  • sachliche und persönliche Unterstützung aus dem Institutsetat oder durch Dritte
  • Informationen über Thema, Fördersumme und voraussichtlichen Abschlusstermin derzeit mit Unterstützung anderer Fördereinrichtungen bearbeiteter Projekte
  • Bibliographie zum Thema unter besonderer Hervorhebung projektbezogener Publikationen des Antragstellers
  • Kostenplan nach:

    • Personalkosten (in der Regel eine ganze Stelle oder zwei halbe Stellen
       in Anlehnung an TVL-E13, d. h. Gesamtlohnkosten inkl. Arbeitgeberanteil;
       für Projekte an ausländischen Einrichtungen sind die dort geltenden Sätze zur 
       Finanzierung von Personalstellen anzugeben)
    • ggf. Mittel für wissenschaftliche oder studentische Hilfskräfte

    • einmalige Kosten (Spezialliteratur, Lizenzen, kleinere Geräte u. ä.)
    • laufende Kosten, insbesondere Verbrauchsmaterial (pro Jahr)
    • Tierhaltungskosten pro Jahr
    • Sonstiges (z.B. Aufträge an Dritte, Werkverträge, Kosten zur Nutzung von
       Core Facilities)

    • Reisekosten

    • Angabe der insgesamt erbetenen Mittel (Bei umfangreichen Kostenplänen
       sollte nach Möglichkeit eine tabellarische Zusammenfassung erstellt werden, die
       nach Kostenarten und Jahren gegliedert ist.)

    Etwaige Mittel, die von der Universität oder von dritter Seite für das Projekt zur Verfügung gestellt werden, sollten separat ausgewiesen werden.

Die vollständigen Antragsunterlagen sind in einfacher Ausfertigung (nicht geheftet oder gebunden) postalisch zu übermitteln. Zusätzlich muss der Antrag einschließlich der Anlagen auf einem beschrifteten Datenträger oder per E-Mail (fts@fritz-thyssen-stiftung.de) möglichst in einer Datei (max. 10 MB; mit dem Papierausdruck übereinstimmender Version!) übermittelt werden. Die Antragstellung kann in deutscher oder in englischer Sprache erfolgen.

EINREICHUNGSFRISTEN

Projektanträge können vorgelegt werden bis zum

  • 15. Februar 2016 für die Sommersitzung der Stiftungsgremien (Juni 2016)
  • 30. September 2016 für die Wintersitzung der Stiftungsgremien (Februar 2017).

Es gilt das Datum des Poststempels.


KOSTENARTEN

Personalkosten
Für promovierte wissenschaftliche Mitarbeiter können volle Personalstellen nach
TVL-E13 beantragt werden. Bei noch nicht promovierten wissenschaftlichen Mitarbeitern richtet sich die Vergütung in der Regel nach TVL-E13/halbe.

Bei klinisch tätigen Forschern, die als Projektmitarbeiter vorgesehen sind, geht die Stiftung davon aus, dass er/sie während der Laufzeit des Projektes von der klinischen Arbeit zu mindestens 80 Prozent freigestellt wird. Eine entsprechende Bestätigung der Klinikleitung ist dem Antrag beizulegen.

Für nichtwissenschaftliche Mitarbeiter ist eine Vergütung entsprechend den Tätigkeitsmerkmalen des TVL vorzusehen.

Für die Bezahlung studentischer bzw. wissenschaftlicher Hilfskräfte sind die an der jeweiligen Institution geltenden Richtsätze zugrunde zu legen und der Stiftung im Rahmen des dem Antrag beizufügenden Kostenplans mitzuteilen.

Promovierte Nachwuchswissenschaftler können im Rahmen eines Projekts die eigene Stelle (in der Regel nach TVL-E13) beantragen. Davon ausgenommen sind Antragsteller im biomedizinischen Bereich.
Dem Antrag ist eine formlose Bestätigung der aufnehmenden Institution beizufügen, dass im Bewilligungsfall

  • die Universität die Arbeitgeberfunktion für die Laufzeit der Förderung übernimmt,
  • sie einen geeigneten Arbeitsplatz bereitstellt,
  • die Arbeitspflicht des Bewilligungsempfängers auf das von der Stiftung geförderte Forschungsvorhaben und damit unmittelbar zusammenhängende wissenschaftliche Dienstleistungen beschränkt sein wird,
    (falls der Bewilligungsempfänger ein forschender Arzt ist:
    die Arbeitspflicht des Bewilligungsempfängers mindestens zu 80 Prozent auf das von der Stiftung geförderte Forschungsvorhaben und damit unmittelbar zusammenhängende wissenschaftliche Dienstleistungen beschränkt sein wird),
  • nicht durch dienstliche Anordnungen Einfluss auf die selbständige Bearbeitung des genannten Forschungsvorhabens genommen werden wird.

Reisekosten
Beantragt werden können Mittel zur Deckung von Reisekosten, die in unmittelbarem Projektzusammenhang stehen. Neben den angemessenen Fahrt- und Übernachtungskosten (Bahnfahrt 2. Klasse bzw. Flug Economy Class) werden dabei für Reisen innerhalb Deutschlands bis zu € 24,-/Tag (Verpflegung) berücksichtigt.
Bei Auslandsreisen können die für das jeweilige Reiseland gültigen Tages- bzw. Monatssätze zur Deckung von Übernachtungs- und Verpflegungskosten beantragt werden.


Was nicht beantragt werden kann

  • Personalmittel für Antragsteller, die bereits eine Stelle innehaben
    (Lehrstuhlvertretungen o. ä.)
  • Personalmittel für die eigene Stelle im biomedizinischen Bereich
  • Mittel für Baumaßnahmen
  • Mittel für die Anschaffung von Büromöbeln und Geräten, die üblicherweise zur Grundausstattung der Hochschulen und Institute gehören
  • grundsätzlich keine Mittel zur Deckung von Gemeinkosten (Overhead-Kosten, Verwaltungspauschalen o. ä.)


BEWILLIGUNG, AUSZAHLUNG UND ABRECHNUNG


Bewilligungsbedingungen
Im Bewilligungsbescheid werden dem Antragsteller die Bedingungen mitgeteilt, die mit der Bewilligung verbunden sind. Durch die Annahme der bewilligten Mittel verpflichtet sich der Antragsteller, diese Bedingungen einzuhalten.

Mittelabruf und Mittelverwendung
Die Mittel sind durch die zuständige Hochschule/Forschungseinrichtung zu verwalten und werden auf formlose – im Original unterschriebene – Anforderung des Bewilligungsempfängers oder der verwaltenden Drittmittelstelle (Angabe von Aktenzeichen, Drittmittelkonto, Bankverbindung, internen Buchungszeichen) ausgezahlt; möglichst in viertel- bis halbjährlichen Tranchen. Dieses Schreiben kann der Stiftung auch per Telefax oder als pdf-Anhang einer
E-Mail zugesandt werden.

Umwidmungen von Mitteln in Höhe von über 20 Prozent sowie der Einsatz von Projektmitteln für im Antrag nicht genannte Kostenarten bedürfen im Vorfeld der Genehmigung durch die Stiftung.

Berichtspflicht
Nach Beendigung der Förderung ist der Stiftung unverzüglich ein Nachweis über die Verwendung  der bereitgestellten Mittel zusammen mit einem formlosen sachlichen Abschlussbericht (mindestens 7-10 Seiten) – jeweils im Original unterschrieben – vorzulegen. Eingesparte Mittel sind grundsätzlich nach Prüfung des Verwendungsnachweises und entsprechender Aufforderung durch die Stiftung zurückzugeben.
Die mit dem Verwendungsnachweis erstellte Abrechnung muss durch prüfungsfähige Unterlagen belegt sein. Diese sollten aufbewahrt, jedoch nicht ohne besondere Aufforderung an die Stiftung übersandt werden.

Die Stiftung erwartet, dass die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit durch Publikationen der Wissenschaft nutzbar gemacht werden – sie erbittet je zwei Sonderdrucke bzw. Belegexemplare – und einen Hinweis auf die Förderung durch die Fritz Thyssen Stiftung enthalten. Zu diesem Zweck kann das Logo der Stiftung an dieser Stelle heruntergeladen werden. Die Stiftung übernimmt jedoch mit der Bewilligung der Projektmittel keine Verpflichtung, Mittel für Vorbereitung und Drucklegung von Publikationen bereitzustellen. Es bleibt dem Bewilligungsempfänger überlassen, im Bedarfsfall einen Antrag auf eine Druckbeihilfe zu stellen.


VERLÄNGERUNGSANTRAG

Unter Wahrung der bei der Stiftung geltenden Fristen für Projektanträge kann ein Verlängerungsantrag für bereits von der Stiftung geförderte Projekte für in der Regel maximal ein Jahr an die Stiftung gerichtet werden.

Hierzu sollten die Hinweise für die Antragstellung von Projektanträgen beachtet werden. Insbesondere sollte im Verlängerungsantrag darauf eingegangen werden

  • welche Arbeitsschritte und Ergebnisse bisher erzielt worden sind,
  • welche Arbeiten für das Verlängerungsjahr geplant sind.

Des Weiteren ist ein Zeit- und Kostenplan für den beantragten Verlängerungszeitraum beizufügen.