Vortrag: Prof. Dr. Dr. h.c. Vassilios Skouris, ehem. Präsident des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH)
Moderation: Dr. Michael Lysander Fremuth, Lehrstuhl für Völkerrecht, Europarecht, europäisches und internationales Wirtschaftsrecht, Universität zu Köln
Die Bewältigung des großen Flüchtlingsstroms stellt die Europäische Union vor eine der größten Herausforderungen ihrer Integrationsgeschichte und hat nationale Egoismen und Alleingänge hervorgerufen. Vor diesem Hintergrund droht die als Rechts- und Wertegemeinschaft konzipierte Europäische Union Schaden zu nehmen.
Nach Art. 19 Abs. 1 EUV sichert der Europäische Gerichtshof „die Wahrung des Rechts bei der Auslegung und Anwendung der Verträge“ in der EU. Dabei geht es nicht nur um die Durchsetzung des Unionsrechts gegenüber 28 mitgliedstaatlichen Rechtsordnungen, sondern auch um den Ausgleich zwischen den Erfordernissen der europäischen Integration und den Interessen der Mitgliedstaaten.
Vassilios Skouris nimmt Stellung zu den aktuellen Herausforderungen und Aufgaben, die sich für die europäische Rechtsgemeinschaft und insbesondere den Europäischen Gerichtshof ergeben.
Vassilios Skouris, geboren in Thessaloniki, begann seine wissenschaftliche Karriere an der Freien Universität Berlin. Anschließend lehrte er an den Universitäten Hamburg und Bielefeld sowie in Thrakien und Thessaloniki, Griechenland. Seit 1999 war Skouris am EuGH tätig, von 2003 bis zum 6. Oktober 2015 als dessen Präsident.