Arbeitskreis

Bodendenkmäler im Rheinland -
Archäologisches Gedächtnis der Städte. 

 

„Die Tat ist vergangen, die Denkmäler bleiben. - Factum abiit, monumenta manent“ (Ovid, Fasti 4,709)

(Foto U. Karas,© Römisch-Germanisches Museum Köln)

Bodendenkmäler – also unbewegliche oder bewegliche Denkmäler, die sich im Boden befinden oder befanden – sind gerade in Städten besonderen Problemen ausgesetzt. In diesen Ballungsräumen menschlicher Interaktion sind der Platz begrenzt, die Interessen heterogen und die wirtschaftlichen Implikationen groß. Dies hat Auswirkungen auf Erhaltung, Pflege und Präsentation archäologischer Denkmäler.

Besonders im Rheinland, wo viele Orte auf eine lange, kontinuierliche Geschichte zurückblicken – ihre Keimzelle bilden oft römische Siedlungen oder Kastelle – tragen Boden- und Baudenkmäler als Zeugnisse vergangener Kulturgeschichte zur Identitätsbildung bei, indem sie eine Brücke zur Vergangenheit schlagen. Deshalb dienen die Städte des Rheinlands als Ausgangspunkt der Betrachtungen und Untersuchungen des Arbeitskreises. Der Schwerpunkt liegt auf der römischen Antike und dem frühen Mittelalter, doch ist der hier umrissene Bereich sowohl chronologisch wie geographisch nicht strikt fixiert.

Bei archäologischen Denkmälern geht es in hohem Maß um die Authentizität und Integrität im jeweiligen Umfeld sowie um eine Unmittelbarkeit des Erlebnisses. Archäologie als interpretierende Wissenschaft der materiellen Hinterlassenschaften erweist sich als eine Methode, diese aussagekräftig zum Sprechen zu bringen. Damit verbindet sich die generelle Frage, in welcher Weise die emotionalen und rationalen Qualitäten, historischen Dimensionen und Bezüge der Denkmäler in einer heutigen Umgebung vermittelt werden können. Hier stellen Städte mit ihrer verdichteten Baustruktur eine besondere Herausforderung dar, allein schon deshalb, weil das bauliche Umfeld in der Regel nicht zum Denkmal passt und die Platzverhältnisse deutlich begrenzter sind als auf dem Land.

Unter dem Dach des Arbeitskreises der Fritz Thyssen Stiftung führen Vertreter unterschiedlicher Disziplinen (Archäologie, Bodendenkmalpflege, Bauforschung, Architektur) eine intensive Diskussion über zentrale Fragestellungen und Perspektiven. Ausgehend von einer Standortbestimmung der Bodendenkmalpflege im Rheinland und einer Diskussion über verschiedene Aspekte des archäologischen Gedächtnisses sollen die Möglichkeiten der Pflege und der Präsentation von Bodendenkmälern erkundet und Perspektiven für angemessene und langfristig bestehende Lösungen im Umgang mit diesen entwickelt werden. Dabei geht es auch darum, den Dialog zwischen den beteiligten Gruppen zu verstärken, also zwischen Vertretern der Denkmalpflege, den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen sowie den politischen und administrativen Instanzen und Einrichtungen, die für Stadtentwicklung Verantwortung tragen.