Arbeitskreis

European Company Law

Die European Company Law Experts (ECLE) sind eine internationale Arbeitsgruppe, die sich als »independent and non-for profit group« versteht und zum Ziel hat, Stellungnahmen zu Themen aus dem Bereich des europäischen Gesellschaftsrechts im weiteren Sinne abzugeben und zu veröffentlichen. Ein Hauptaugenmerk richten die ECLE auf die Beratung der Europäischen Union bei der Setzung von Vorschriften rechtlicher und außerrechtlicher Art auf dem Gebiet des europäischen Gesellschaftsrechts, wobei die Regeln für börsennotierte Gesellschaften, die Corporate Governance (Leitung und Kontrolle von Unternehmen) und die Kapitalmarktregulierung, soweit sie sich auf die Gesellschaften auswirkt, im Vordergrund stehen. Um völlig unabhängig zu bleiben, übernehmen die ECLE keine bezahlten Gutachtenaufträge.

ECLE gehören führende Gesellschaftsrechtler aus verschiedenen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Benelux, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Österreich, Polen, Spanien und Schweden) und aus der Schweiz an: Prof. Peter Böckli (Universität Basel), Prof. Paul Davies (University of Oxford), Prof. Guido Ferrarini (Università degli Studi di Genova), Prof. Eilis Ferran (University of Cambridge), Prof. José Garrido Garcia (Universidad de Castilla-La Mancha), Prof. Klaus J. Hopt (Max-Planck-Institut für Privatrecht, Hamburg), Prof. Adam Opalski (Uniwersytet Warszawski), Prof. Alain Pietrancosta (Université Paris-Sorbonne), Prof. Markus Roth (Philipps-Universität Marburg, Sekretär der Arbeitsgruppe), Prof. Rolf Skog (Göteborgs Universitet), Prof. Stanisław Soltysinski (Uniwersytet im. Adama Mickiewicza w Poznaniu), Prof. Martin Winner (Wirtschaftsuniversität Wien), Prof. Jaap Winter (President der Vrije Universiteit Amsterdam) und Prof. Eddy Wymeersch (Universiteit Gent, Sprecher).

Die ECLE-Mitglieder treffen sich zweimal jährlich, einmal zu einem in der Regel eineinhalb- tägigen internen Treffen in Köln oder einem anderen Ort (Universität einer der beteiligten Professoren oder Tagungsort einer Konferenz), bei dem rechtspolitische Stellungnahmen erarbeitet werden, und einmal in Köln in der Fritz Thyssen Stiftung zu einer zweitägigen Konferenz mit eingeladenen Experten zu den Themen der jeweils anstehenden Stellungnahmen oder mit jüngeren Gesellschaftsrechtlern aus verschiedenen Ländern. Am 8. April 2013 diskutierten Prof. Klaus J. Hopt, Prof. Jaap Winter und Prof. Eddy Wymeersch auf Einladung der Europäischen Kommission mit dem Head of Unit, Jeroen Hooijer, und seinen Mitarbeitern die gesellschaftsrechtliche Agenda der Kommission und ECLE.

ECLE hat bisher zehnmal getagt: am 22. Juni 2011 in Amsterdam (Stellungnahme zum Grünbuch der Europäischen Kommission vom 5. April 2011 über einen Europäischen Corporate Governance Rahmen), am 17. und 18. Dezember 2011 in Köln (endgültige Konstituierung der Gruppe, Behandlung der 13. Richtlinie über Übernahmeangebote), am April 2012 in Oxford (Fortsetzung der Diskussion über Übernahmeangebote; Stellungnahme zur Konsultation der Europäischen Kommission zur Zukunft des Europäischen Gesellschaftsrechts), am 26. und 27. September 2012 in Köln (Diskussion mit ausgewählten jüngeren Gesellschaftsrechtlern über Themen des europäischen Gesellschafts- und Kapitalmarktrechts), am 31. Januar und 1. Februar 2013 in Amsterdam (Europäisches Gesellschafts- und Übernahmerecht) vom 4. bis 6. September 2013 in Köln (Hearing mit eingeladenen Experten über die Effizienzsteigerungsmöglichkeiten bei Corporate Governance-Kodizes und Reformbedarf bei der Übernahmerichtlinie aus Sicht der internationalen Praxis), am 1. und 2. Mai 2014 in Stockholm (Vorschläge der Europäischen Kommission zur Aktionärsrechte-Richtlinie sowie zu einer Single-Member-Company vom April 2014), am 6. und 7. November 2014 in Köln (Fortsetzung der Diskussion der Aktionärsrechte-Richtlinie, insbesondere der Identifikation und des Engagements der Aktionäre), am 21. und 22. Mai 2015 in Paris (Konzernrecht/Recht der Unternehmensgruppen, say on pay sowie related party transactions) und am 11. und 12. Dezember 2015 in Köln (Konzernrecht/Recht der Unternehmensgruppen, Einfluss des Insolvenzrechts auf das Gesellschaftsrecht). Die nächste Tagung findet im Juni 2016 in Genua statt.

Die Stellungnahmen der ECLE werden in englischer Sprache verfasst; die bislang fünf Beiträge sind auf SSRN (Social Science Research Network) sowie auf der Homepage der ECLE kostenfrei abrufbar. Als wissenschaftliche Beiträge werden sie außerdem in führenden Zeitschriften zum Gesellschaftsrecht veröffentlicht, u. a. in Rivista delle Società (Mailand) und Revue Trimestrielle de Droit Financier / Corporate Finance and Capital Markets Law Review (Paris).

Nähere Informationen finden sich auf der Website der ECLE http://ecle.eu.

Dort werden auch Informationen zu den Mitgliedern der ECLE, zu den verschiedenen Stellungnahmen und zu den Konferenzen mit jüngeren Wissenschaftlern bereitgestellt.