Förderung Geförderte Vorhaben Das Riemchengebäude in Uruk-Warka: Datierung, Funktion, soziokultureller Kontext

Das Riemchengebäude in Uruk-Warka: Datierung, Funktion, soziokultureller Kontext

Das sogenannte Riemchengebäude ist ein unterirdisch angelegter Bau mit einer Grundfläche von 360 qm aus dem 4. vorchristlichen Jahrtausend am Rande des östlichen Zentralbereichs der Stadt Uruk-Warka im Südirak.

Der Bau wurde von deutschen Forschern in den Jahren 1938 und 1955-58 ausgegraben und verdankt seinen Namen den »Riemchen«-Ziegeln. Im Bereich des Gebäudes wurden u. a. Tongefäße, Pfeilspitzen, Messerklingen aus Silex, Steingefäße, kleinere Gegenstände aus Gold, Silber und Kupfer, Tierknochen sowie zum Teil noch im Verbund angetroffene Einlagestücke ausgegraben. Da bislang nur wenig über die materielle Kultur der Uruk-Zeit bekannt ist, stellt die systematische Aufarbeitung der Funde ein dringendes Desiderat der Forschung dar. Die wissenschaftliche Bedeutung des Gebäudes liegt darin begründet, dass es das einzige in der Stadt ist, in dem Objekte und Artefakte in einem geschlossen Fundkontext in situ aufgefunden wurden. Dadurch ergibt sich die einzigartige Möglichkeit, mittels Fundkontextanalysen den Zweck der Anlage zu bestimmen. Hinzu kommt, dass zahlreiche Funde aus dem Gebäude an anderen Orten kaum zu belegen sind. Dass das Riemchengebäude bislang nur in vorläufigen Berichten und Kurzdarstellungen publik gemacht und die Fundsituation im Gegensatz zu den Baubefunden nur summarisch besprochen wurde, liegt wohl daran, dass die mit dem Fund bisher beschäftigten Wissenschaftler keine Archäologen, sondern Architekten und Bauforscher waren. Auf der Grundlage einer quellenkritischen Erschließung und Aufarbeitung der primären Grabungsdokumentationen in den Heidelberger Archiven (Fundjournale, Grabungstagebuch, Grundrisspläne, Profilzeichnungen, Fotografien etc.) dokumentiert Dr. Vogel die im Gebäude ergrabenen Artefakte und arbeitet die Analyse des Architekturbefundes und der zoologischen wie anthropologischen Relikte auf. Im Anschluss daran soll die innere Stratigraphie des Gebäudes und der einzelnen Fundbereiche bestimmt und eine Bau- bzw. Fundkontextanalyse durchgeführt werden, um auf diesem Wege zeigen zu können, wann das Riemchengebäude von welcher gesellschaftlichen Gruppe für welchen Zweck erbaut und genutzt wurde, wie und bis wann es genutzt wurde und wie und wann es zerstört wurde.

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