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Unternehmerfamilie Thyssen im 20. Jahrhundert

3. Juni 2009

 

Ein historisches Projekt gemeinsam gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung und der Stiftung zur Industriegeschichte Thyssen

 

Unabhängige Historiker beschäftigen sich mit der unternehmens- sowie unternehmergeschichtlichen Vergangenheit der Industriellen-Familie Thyssen und schließen damit eine Forschungslücke.

 

Der zeitliche Rahmen des Forschungsvorhabens wird durch den Tod von August Thyssen im Jahr 1926 und die Errichtung der Fritz Thyssen Stiftung 1959/60 gebildet. Gegliedert ist es in zwei Unterbereiche: Professor Margit Szöllösi-Janze, Universität zu Köln, widmet sich mit ihrem Team der Familiengeschichte. Geleitet von der Frage, wer sind "Die Thyssens", untersucht Simone Derix das "dynamische, sich ständig umknüpfende fami­liäre Netzwerk" der Nachkommen August Thyssens anhand der Aspekte familiärer Prak­tiken, Lebensformen und Identitäten. Neben der Darstellung der kosmopolitisch lebenden und agierenden Familie beschäftigen sich zwei weitere Einzelprojekte mit der Politik in/mit der Öffentlichkeit anhand der Brüder Fritz Thyssen und Heinrich Thyssen-Bornemisza sowie mit der "KunstmarktPolitik der Thyssens". Professor Christoph Buchheim, Universität Mannheim, leitet ein zweites Forschungsteam mit unternehmens­historischem Schwerpunkt. Vier Einzelprojekte beschäftigen sich mit dem unternehmeri­schen Handeln nach dem Tod des Firmengründers August Thyssen bzw. der im gleichen Jahr vollzogenen Einbringung der August Thyssen-Hütte in die Vereinigte Stahlwerke AG: Vereinigte Stahlwerke AG im Dritten Reich (Alexander Donges), Vermögenskonfiskation und Rückerstattung im Fall Fritz Thyssen (Jan Schleusener), Neugründung der August Thyssen-Hütte nach dem Zweiten Weltkrieg (Johannes Bähr) und die Thyssen-Bornemisza Gruppe (Harald Wixforth). Die Ergebnisse der insgesamt sieben Teilprojekte sollen veröffentlicht werden.

 

Das Forschungsprojekt wird jeweils zur Hälfte finanziert von der Fritz Thyssen Stiftung, Köln, und von der im September 2006 gegründeten Stiftung zur Industriegeschichte Thyssen. Mitbegründer dieser in Duisburg ansässigen gemeinnützigen Stiftung zur För­derung von Wissenschaft und Forschung ist der Urenkel August Thyssens, Georg Heinrich Thyssen-Bornemisza, der auf diese Weise die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Unternehmens- und Unternehmergeschichte seiner Familie fördern möchte.

 

Ergänzt wird das Projekt durch eine Studie zur Gründung der Fritz Thyssen Stiftung. Diese fertigt Professor Hans Günter Hockerts, Universität München, an, der das Gesamt­projekt zudem mit fachlichem Rat begleiten wird. Die Fritz Thyssen Stiftung wird somit im Jahr ihres 50-jährigen Bestehens selbst zum historischen Untersuchungsgegenstand. Gegründet wurde die gemeinnützige Stiftung durch die Erbinnen von August Thyssens ältestem Sohn Fritz Thyssen, seine Witwe Amélie Thyssen und ihr einziges Kind Anita Gräfin Zichy-Thyssen.

 

Verfügbare Fotografien zur Bebilderung:

 

August Thyssen (1842–1926) mit Konrad und Gussie Adenauer auf einer Grubenfahrt vor seiner Zeche Lohberg, 21. Juli 1924. (jpg)

 

Heinrich Thyssen-Bornemisza (1875–1947), jüngster Sohn von August Thyssen, auf seiner Zeche Walsum, 2. Dezember 1933. (jpg)

 

Hede von Berg (1879–1960), Tochter von August Thyssen, mit ihren Kindern zu Besuch bei ihrem Vater August Thyssen auf Schloss Landsberg, ca. 1920. (jpg)

 

Die Hochzeit von Anita Thyssen (1909–1990, einzige Tochter von Amélie und Fritz Thyssen) und Graf Gabor Zichy: (v. l.) Gabors Vater Graf Zichy, Anita, Fritz Thyssen (1873–1951, ältester Sohn von August Thyssen) und Amélie Thyssen (1877–1965) sowie Gabor (1910–1972), 1936. (jpg)

 

Kontakt:

Fritz Thyssen Stiftung

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0221 - 27 74 96 - 0

Telefax: 0221 - 27 74 96 - 29

E-Mail: fts(at)fritz-thyssen-stiftung.de