Das Joseph Haydn-Institut wurde 1955 in Köln gegründet, um die erste Haydn-Gesamtausgabe zu erarbeiten. Mittlerweile sind 104 Bände der historisch-kritischen Edition Joseph Haydn Werke beim G. Henle Verlag in München erschienen. 2017 werden alle 114 Noten- und Textbände samt Kritischen Berichten vorliegen.
Im Anschluss soll die Gesamtausgabe noch um eine neue Edition von Haydns Briefen und um ein neues Werkverzeichnis erweitert werden. Das von Anthony van Hoboken zwischen 1957 und 1978 vorgelegte Verzeichnis der Werke Joseph Haydns ist inhaltlich längst überholt – so sind dort noch mehrere der zahlreichen Werke, die Haydn fälschlich zugeschrieben wurden, als authentisch eingestuft (z. B. die Streichquartette „Opus 3“ und die „Kindersinfonie“). Doch war es auch von vornherein mit konzeptionellen Schwächen behaftet. Das betrifft etwa die ungenügende Abgrenzung der Fehlzuschreibungen, die problematische Gliederung der Werkgruppen und eine falsche Gewichtung der Frühdrucke gegenüber den Abschriften als dem eigentlichen Hauptüberlieferungsträger der meisten Werke Haydns. Das neue Haydn-Verzeichnis kann auf Basis der jahrzehntelangen Arbeit der Gesamtausgabe diese Mängel beheben.
Aus Anlass der Vorbereitungen für einen „neuen Hoboken“ veranstaltet das Joseph Haydn-Institut einen zweitägigen Kongress, bei dem sich Haydn-Forscher und Autoren von mehreren in jüngster Zeit erschienenen Werkverzeichnissen über die Voraussetzungen für ein solches Projekt austauschen. Prof. Dr. Ulrich Konrad wird einige grundsätzliche Überlegungen zu Werkverzeichnissen als einem zentralen Forschungsgebiet der Musikwissenschaft vortragen. Die Haydn-Forschung ist vertreten durch Prof. Dr. Otto Biba, Sonja Gerlach, Prof. Dr. James Webster und die Mitarbeiter des Joseph Haydn-Instituts. Aktuelle Werkverzeichnisse – darunter auch solche, die (nur) online zugänglich sind – werden vorgestellt von Dr. Wolfram Enßlin (Bach-Repertorium Leipzig), Dr. Axel Teich Geertinger (Carl Nielsen), Dr. Margret Jestremski (Hugo Wolf), Prof. Dr. Susanne Popp (Max Reger), Dr. Julia Ronge (Ludwig van Beethoven), Yulya Shein, M.A. (Christoph Willibald Gluck), Dr. Ralf Wehner (Felix Mendelssohn Bartholdy) und Prof. Dr. Neal Zaslaw (Wolfgang Amadeus Mozart). Außerdem nimmt Dr. Norbert Gertsch (auch Mitautor des neuen Beethoven-Werkverzeichnisses) als Vertretet des G. Henle Verlags teil.
Gäste sind willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, um Mitteilung wird gebeten: info@haydn-institut.de.