Umwelt-, Demokratie-, Flüchtlings-, Gesundheits- und Finanzkrise – alles bewegt sich im Krisenmodus. Dabei überstrahlt die Coronavirus-Pandemie gegenwärtig alle anderen Herausforderungen. Der vor Corona in Fahrt gekommene Kampf gegen den Klimawandel und den Verlust von Biodiversität gerät dadurch in den Hintergrund. Die erhebliche Verminderung des CO2-Ausstoßes, bewirkt durch die erzwungenen Einschränkungen in der Mobilität und im Konsum, verstellt den Blick darauf, dass dieser vermeintliche Erfolg nach dem Hochfahren der Wirtschaft voraussichtlich wieder verlorengehen wird.
Zugleich machen die Menschen jetzt aber neue Erfahrungen in der intergenerationellen Solidarität, der Rückbesinnung auf den Wert zwischenmenschlicher Beziehungen oder die konsequente Nutzung digitaler Medien anstelle von Dienstreisen – Erfahrungen, die möglicherweise auch nach der Corona-Pandemie zu dauerhaften Verhaltensänderungen führen werden. Das bietet die Chance, das Problem fehlender Nachhaltigkeit neu anzugehen – und zwar so, dass die verschiedenen großen Herausforderungen gemeinsam in den Blick genommen werden.
Das diesjährige Treffen des AK Wissenschaft und Forschung widmet sich deshalb der Frage, wie diese „Konkurrenz der Krisen“ produktiv gewendet werden kann und wie insbesondere wissenschaftsfördernde Stiftungen, in ihrer Rolle als Mittler zwischen unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens (Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft etc.), Beiträge zur Krisenbewältigung leisten können.