Welche Interessen und Erwartungen waren mit der Einrichtung neuer Universitäten verbunden? Welche Vorstellungen über die Gegenwart und Zukunft von Wissenschaft und Gesellschaft trieben solche Gründungsvorhaben an? Wie gestaltete sich das Verhältnis von Tradition und Innovation? Und nicht zuletzt: was bleibt vom Elan neuer Anfänge?
Mit renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in den vergangenen Jahrzehnten an verschiedenen Hochschulgründungen beteiligt waren, möchten wir über diese Fragen diskutieren. Ausgehend von der Rückschau auf eigene Erfahrungen der Gründerinnen und Gründer soll der Blick auch auf gegenwärtigen Entwicklungen der deutschen Hochschullandschaft gelenkt werden.
Auf das Podium eingeladen sind die Architektin und Hochschulforscherin Aylâ Neusel (Gesamthochschule Kassel, gegründet 1971; Präsidentin der Internationale Frauenuniversität bei der Expo Hannover, 2000), der Historiker Wolfgang Schieder (Universität Trier, 1970) und der Soziologe Wolfgang Schluchter (Universität Erfurt, 1994). Die Moderation übernimmt die Germanistin Manuela Günter, Prorektorin für Gleichstellung und Diversität der Universität zu Köln. Zur Einführung spricht der Historiker Hans Peter Ullmann.
Anlass dazu, über die Bedeutung und Wirkung der Gründung neuer Hochschulen nachzudenken, bietet das 100. Jubiläum der Neugründung der Universität zu Köln, das in diesem Jahr begangen wird. Die Podiumsdiskussion findet statt im Rahmen der historischen Fachtagung „Visions of Society: New Universities and the 20th Century“, die vom Projekt „Geschichte der Universität zu Köln seit 1919“ am Historischen Institut der Universität zu Köln ausgerichtet wird.