Welche Normen und Werte, Ideen oder auch Ideologien liegen Systemen sozialer Sicherung zugrunde?
Woher stammen sie, wie wirken sie, und was sind die Folgen?
Normen und Werte, konkrete Zielvorstellungen und Interessen können sich zu Leitbildern verbinden.
Als grundlegende Werte in der Sozialpolitik gelten gemeinhin Gerechtigkeit, Solidarität oder Gleichheit, als konkrete Ziele soziale Sicherheit oder Umverteilung. Mit den Diskussionen um „Aktivierung“, „Eigenverantwortung“, „Autonomie“ oder „Selbstbestimmung“ rückte das Individuum verstärkt in den Fokus sozialpolitischer Wertvorstellungen.
Auch komplexere Konzepte wie „Reziprozität“ können zu Leitbildern werden:
Wer eine Sozialleistung bezieht, soll demnach eine Gegenleistung bringen, über die gezahlten Beiträge hinaus.
Zugleich bleibt das Geschlechterverhältnis prägend für sozialpolitische Leitbilder, die noch weitgehend auf dem männlichen Ernährer-Modell basieren.
Die Jahrestagung 2013 der Sektion Sozialpolitik in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie widmet sich in theoretischer, historischer und empirischer Perspektive der Bedeutung dieser Leitbilder in der Sozialpolitik.