Funding Funded Projects „Wir versprechen Vollbeschäftigung bis 2015“ – Zur Wirkung von Wahlversprechen auf Wahlbeteiligung und Wahlentscheidung

„Wir versprechen Vollbeschäftigung bis 2015“ – Zur Wirkung von Wahlversprechen auf Wahlbeteiligung und Wahlentscheidung

Welche Auswirkung haben Wahlversprechen der Parteien auf die Wahlbeteiligung und auf die Wahlentscheidung für eine bestimmte Partei?

Wahlversprechen von Parteien sind ein zentrales Instrument des Wahlkampfs. Dennoch ist die Wirkung dieser Versprechungen in der Politikwissenschaft noch nicht hinreichend behandelt worden. Als Grund für diese Forschungslücke vermuten Prof. Steffens und Dr. Bytzek den hohen Aufwand einer notwendigerweise interdisziplinären Forschung, den sie mit diesem Vorhaben nun in Angriff nehmen. Es werden hierbei politikwissenschaftliche und (kommunikations-)psychologische Ansätze miteinander verbunden, um die folgende Fragestellung zu beantworten: Welche Auswirkung haben Wahlversprechen der Parteien auf die Wahlbeteiligung und auf die Wahlentscheidung für eine bestimmte Partei?

Wahlversprechen werden als politische Selbstverpflichtungen der Parteien für die Zukunft verstanden. Die Forschung zu „Issue Voting“ hat die Relevanz von Politikinhalten für die Wahlentscheidung bereits nachgewiesen. Hieraus leiten Prof. Steffens und Dr. Bytzek die Grundannahme ab, dass Wahlversprechen einen Einfluss auf Wahlbeteiligung und Wahlentscheidung haben.

Des Weiteren präzisieren drei Annahmen diese grundlegende Herangehensweise: Wahlversprechen haben einen positiven Effekt auf die Wahlbeteiligung, wenn sie die Unterschiede von Parteien herausstellen. Die thematische Relevanz, klar unterscheidbare Parteipositionen sowie die wahrgenommene Glaubwürdigkeit der Wahlversprechen bestärken die mobilisierende Wirkung auf die Wahlbeteiligung. Gemäß den Erkenntnissen zu persuasiven Kommunikationsbemühungen gehen die Wissenschaftlerinnen davon aus, dass dabei die indirekte Wirkung von Wahlversprechen am stärksten ist. Über „Agenda-Setting“ und „Priming“ wird die Wahrnehmung der Bedeutung bestimmter Themen beeinflusst, wodurch bestimmte Bewertungsdimensionen aktiviert werden. Dies kann auch die recht allgemeine Dimension des Grundvertrauens in die Politik sein. Für die Wahlentscheidung für eine bestimmte Partei nehmen sie an, dass die Übereinstimmung der Präferenzen zwischen Partei und Wählern ausschlaggebend ist.

Weiterhin nehmen Prof. Steffens und Dr. Bytzek an, dass die Intensität der Wirkung von Wahlversprechen durch eine Reihe von moderierenden Persönlichkeitsfaktoren des einzelnen Wählers, wie z. B. politisches Vertrauen, die Parteibindung, Einstellungen gegenüber Wahlversprechen, politisches Interesse und Politikverdrossenheit bzw. Zynismus, weiter beeinflusst wird. Die theoretischen Annahmen werden in einer Serie von Experimenten überprüft.

Prof. Steffens und Dr. Bytzek möchten gerade auch angesichts der steigenden Stimmanteile extremer Parteien durch die Studie ein besseres Verständnis des Einflusses des politischen Kommunikationsprozesses auf das Wahlverhalten entwickeln.

Newsletter Anmeldung

    Ich bin mit der Speicherung meiner Daten gemäß unseren Datenschutzhinweisen einverstanden.

    Newsletter Abmeldung