Urban villages by the airport. Everyday entanglements of social-economic extremes and negotiations in anticipation of development-induced displacement in Mumbai and Abidjan
Die Verfügbarkeit von gutem Wohnraum stellt weiterhin eine zentrale Herausforderung im Globalen Süden dar.
In Städten Afrikas und Südasiens lebt ein Großteil der Bevölkerung in Wohnräumen geringerer Qualität. Maßnahmen zur Verbesserung und Erneuerung städtischen Wohnraums haben zu einer Verknappung bezahlbarer Wohnräume zur Miete und zum Eigentumskauf geführt. Erschwerend ist hinzugekommen, dass in den letzten zehn Jahren durch Zwangsenteignungen das sozio-ökonomische Gleichgewicht in städtischen Gesellschaften negativ beeinflusst worden ist.
Gleichzeitig sind internationale Flughäfen zentrale Orte und wichtige wirtschaftliche Standorte für Städte. Sie stellen eine zentrale Funktion zur Konzipierung nationaler Strategien für wirtschaftliches Wachstum dar und werden daher prioritär im Rahmen der Stadtplanung und Regierungen berücksichtigt. Weiterhin fungieren Flughäfen als Symbole der Modernität, durch welche Regierungen im Globalen Süden sich der Außenwelt präsentieren möchten. Diese Transitzonen werden zu Orten, in denen infrastrukturelle Standards des Globalen Nordens dargeboten werden.
Im Rahmen der ethnographischen Studie werden die Intersektionen städtischer Erneuerung, der Ausweitung von Flughäfen und umkämpften sowie bezahlbaren Wohnräumen in der Nähe internationaler Flughäfen untersucht. Zwei Forschungsfragen sollen beantwortet werden. Zunächst ist zu eruieren wie sich dieser Raum zwischen städtischen Siedlungen und internationalen Flughägen im Lauf der Zeit entwickelt hat. Darauf basierend wird sodann der Frage nachgegangen, in welchem Kontext alltägliche Praktiken und Verhandlungsstrategien von unterschiedlichen Interessensgruppen genutzt werden, um das Fortbestehen oder den Wandel der Nutzung von Flächen in der Nähe von Flughäfen durchzusetzen.
Flughäfen werden in diesem Kontext verstanden als Orte des Kontakts für Menschen aus unterschiedlichen sozio-ökonomischen Kontexten. Hier treffen sich Menschen, arbeiten und interagieren unter strikten Regulationen. Als Fallstudien dienen die internationalen Flughäfen im indischen Mumbai und das ivorische Abidjan. Beide Flughäfen sind umgeben von dicht bevölkerten Siedlungen bzw. Slums. Letztere wurden von armen Bevölkerungsschichten illegal besiedelt und sind seit Jahrzehnten umkämpft. Mumbai und Abidjan sind Städte, die ein dynamisches Muster der Slumformierung sowie eine lange Geschichte politischer Umsiedlungsmaßnahmen aufweisen.