Funding Funded Projects Unravelling the functional effects of microbial translocation on T cell immunity in human disease and implication for disease pathogenesis

Unravelling the functional effects of microbial translocation on T cell immunity in human disease and implication for disease pathogenesis

Die Darmschleimhaut ist für Bestandteile des Mikrobioms, der im Darm angesiedelten Mikroorganismen, normalerweise undurchlässig.

Als mikrobielle Transloka­tion bezeichnet man einen Vorgang, durch den Produkte und Komponenten des Mikrobioms die Darmschleimhaut durchqueren und ins Blut gelangen. Dort haben sie star­ke Auswirkungen auf die Immunmechanismen. Bei HIV-infizierten Personen verstärken sie auch unter virus­hemmender Therapie entzündliche Vorgänge und verän­dern die Entwicklung der zum Immunsystem gehörenden T-Zellen, was zu einer veränderten Immunantwort führt. HIV-Infizierte sind deshalb auch häufiger von anderen Erkrankungen betroffen. Ähnliche Zusammenhänge kennt man beim B-Zell-Lymphom, einer Krebserkran­kung der B-Zellen, die ebenfalls Bestandteil des Immun­systems sind. Wie diese Effekte zustande kommen, ist aber bisher nicht im Einzelnen geklärt.

Im Rahmen des Forschungsprojektes werden die Auswirkungen der mikrobiellen Translokation auf entzündliche Vorgänge und die von den T-Zellen vermit­telten Immunmechanismen genauer untersucht.

An Blutproben von HIV-infizierten und nicht infizierten Personen sowie von Patienten mit B-Zell-Lymphom sollen mit immunologischen, biochemischen und mole­kularbiologischen Methoden folgende Fragen geklärt werden:

  • Wie ist das translozierte Mikrobiom zusammen­gesetzt? Wie wirken sich seine Bestandteile und insbesondere auch Stoffwechselprodukte der translozierten Mikroorganismen bei HIV-Infizierten auf die Funktion der T-Zellen und die im Organismus noch vorhandenen HI-Viren aus?
  • Welche Auswirkungen hat das translozierte Mikro­biom bei HIV-Patienten, die mit virushemmenden Medikamenten behandelt werden, auf die Gen­aktivität? Welche Vorgänge spielen sich dabei am Chromatin ab, den DNA-Komplexen im Zellkern? Stehen die Veränderungen der Genaktivität im Zusammenhang mit den beobachteten entzünd­lichen Veränderungen?
  • Wie wirkt sich das translozierte Mikrobiom beim B-Zell-Lymphom auf die entzündlichen Vorgänge aus? Gibt es Parallelen zu den Vorgängen bei HIV-
    Infektionen, und lassen sich die dort gewonnenen Erkenntnisse möglicherweise verallgemeinern?

Insgesamt möchte Prof. Nganou-Makamdop neue Aufschlüsse über die Wirkung der mikro­biellen Translokation auf das Immunsystem gewinnen und nützliche oder schädliche Komponenten des Mikro­bioms identifizieren, die eine Therapie entweder unter­stützen oder als Ansatzpunkte zur Krankheitsbekämp­fung dienen können.

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