Funding Funded Projects The Consumption Response to Income Expectations: Evidence from a Field Experiment

The Consumption Response to Income Expectations: Evidence from a Field Experiment

Die Frage, wie Haushalte auf sich ändernde Erwartungen bezüglich ihres zukünftigen Einkommens reagieren, spielt eine große Rolle für das Verständnis von Konsummustern im Lebenszyklus, für die Bewertung von verschiedenen Modellen von Konsumverhalten und für die Einschätzung der Effekte, die das Vertrauen in den Zustand einer Volkswirtschaft auf individuelles Ausgabeverhalten hat. Diese Aspekte haben auch politische Implikationen, etwa hinsichtlich der optimalen Ausgestaltung von Konjunkturprogrammen.

Dr. Roth untersucht mit diesem Projekt erstens die Effekte von geänderten langfristigen Erwartungen auf gegenwärtige Konsument­scheidungen unter Rückgriff auf Schocks. Dabei kombiniert er im Rahmen eines Feldexperiments Umfragen mit zwischengeschalteten Informationsstimuli und administrative Daten zum tatsächlichen Konsumver­halten von Haushalten. Im Rahmen des Experiments werden die Er­wartungen der Teilnehmer auf verschiedene Art und Weise exogen beeinflusst: Verändert werden die Erwartungen zum Wachstum ihres langfristigen Ein­kommens, zur subjektiven Wahrschein­lichkeit, kurz­zeitig arbeitslos zu werden, und zur subjek­tiven Wahrschein­lichkeit, langzeitarbeitslos zu werden.

Zweitens nutzt Dr. Roth die empirischen Er­gebnisse des Experiments, um die Vorhersagen ver­schiedener Modelle zu Änderungen des Konsumverhal­tens zu überprüfen: Ein Lebenszyklusmodell, ein Vor­sichtssparmodell, erweiterte Versionen dieser beiden Modelle, die jeweils Liquiditätsbeschränkungen beinhal­ten, und ein „Von der Hand in den Mund“-Modell.

Das Experiment koppelt an das Nielsen Homescan Panel an. Im Rahmen dieser Umfrage zeich­nen rund 100.000 repräsentativ ausgewählte US-ameri­kanische Haushalte seit 2004 ihre Konsumausgaben – vornehmlich im Verbrauchsgüterbereich – mithilfe ei­nes Scanners auf. Bei einer Stichprobengröße von 60.000 und einer Rücklaufquote von 40-50% werden Daten zu etwa 27.000 Haushalten erwartet. Eine Folge­befragung nach drei Monaten soll etwa 13.500 Antwor­ten generie­ren. Im Rahmen dieses Vorhabens werden neben dem tat­sächlichen Kon­sumverhalten auch die Konsumpläne der Haushalte untersucht und über zusätzliche Fragen die Bereit­schaft von Teilneh­mern gemessen, für Infor­mationen zur Wahrscheinlich­keit zukünftiger Einkom­mensentwick­lungen zu bezahlen.

Änderungen im Konsumverhalten als abhängige Variable werden gemessen u. a. anhand des prozentualen Wachstums der Ausgaben für Verbrauchsgüter, für Güter des täglichen Bedarfs und für Luxusgüter, jeweils bezo­gen auf wöchentliche, monatliche, vierteljährliche und jährliche Ausgaben vor und nach dem exogenen Stimu­lus. Darüber hinaus werden Änderungen beim Umfang der Nutzung von Gutscheinen und Sonderangeboten ein­bezogen. Hinsichtlich der Erwartungen werden zunächst die Erwartungen der Haushalte bezüglich ihres zukünfti­gen Einkommens abgefragt und mit demographischen Vergleichsgruppen und administrativen Daten aus an­deren Quellen kontrastiert. Anschließend prüft Dr. Roth, wie Individuen ihre Einschätzung zum zu­künftigen Haushaltseinkommen auf der Grundlage neuer Informationen anpassen.

In einem dritten Schritt erfolgt die zufallsbasierte Aufteilung der Teilnehmer in sieben Versuchsgruppen, die unterschiedliche Informationen erhalten. Ein Beispiel für eine solche Information ist die Wahrscheinlichkeit für eine nach demographi­schen Kriterien vergleichbare Person, innerhalb der nächsten fünf Jahre mindestens sechs Monate lang ar­beitslos zu werden. Eine Kontrollgruppe erhält keine In­formation. Anhand dieser Daten wird der kausale Ein­fluss von geänderten Erwartungen auf das Konsumver­halten geprüft. Abschließend wird versucht die Frage zu beantworten, welches der theoreti­schen Modelle zum Konsumverhalten die empirisch ge­fundenen Muster in der Kontrollgruppe und unter Be­rücksichtigung der verschiedenen exogenen Variationen der Erwartungen am besten erklärt.

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