The Backlash Against Globalization in Europe
Populistische politische Akteure gewinnen rund um die Welt an Zustimmung: Donald Trump in den USA, Akteure wie Marine Le Pen oder die AfD in Europa.
Der Grund hierfür liegt nach Annahme von Prof. Sattler und Dr. Alexiadou in einer steigenden politischen Polarisierung der Gesellschaften und Divergenzen zwischen Wählern und verschiedenen Orten, welche sinkende Wahlbeteiligung und steigende Unterstützung populistischer Parteien zur Folge haben. Ein wiederkehrender Erklärungsansatz für diese Phänomene deute auf die Globalisierung und ihre divergierenden Effekte auf verschiedene (lokale) Gemeinschaften, inklusive global steigender Ungleichheit. Darauf reagierten viele politische Akteure mit Protektionismus als politischem Mittel.
Hier setzt das Projektteam an und widmet sich der Frage, wie Staaten weiterhin aktiv an der Globalisierung teilnehmen und gleichzeitig Ungleichheiten adressieren und somit politische Disruptionen verhindern können. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Maßnahmen, die abgehängte Gruppen unterstützen und ihre (Wieder-) Eingliederung in das soziale und politische Leben ermöglichen. Dabei werden verschiedene Forschungslücken adressiert: der Einfluss Chinas auf wirtschaftliche und politische Entwicklungen in Europa, das Verhalten der „Gewinner“ der Globalisierung, sowie die Rolle von Regierungen und politischer Steuerung als Reaktion auf strukturelle Umwälzungen.
Erstens werden die lokalen Effekte der Globalisierung auf sogenannte „shared prosperity indicators“ untersucht. Dazu wird der Effekt sowohl von Export als auch von Import auf lokale Gemeinschaften gemessen. Zweitens wird der Effekt von Globalisierung auf Populismus erforscht. Drittens werden erfolgreiche Instrumente der politischen Steuerung identifiziert, vor allem im Bereich der Bildung und Bildungspolitik.