Funding Funded Projects Promises of Democratic Connection? The Politics of Transregional Energy Infrastructure Expansion

Promises of Democratic Connection? The Politics of Transregional Energy Infrastructure Expansion

Energieinfrastrukturprojekte, die verschiedene Weltregionen miteinander verbinden, vermitteln die Vision einer globalen Konnektivität, Integration und Fortschrittlichkeit. Durch den Aufstieg der erneuerbaren Energien könnten sich die Beziehung und Abhängigkeiten zwischen globalem Norden und globalem Süden grundlegend verändern. Dr. Jenss untersucht daher zwei transregionale Infrastrukturprojekte, um deren Auswirkung auf die politische Ebene zu verstehen.

Die Masterpläne von geplanten Infrastrukturprojekten berufen sich auf Ziele bzw. Vorstellungen von Fortschritt, Weltklasse sowie moderner Konnektivität. Die Integra­tion von Energieinfrastrukturen geht daher auch häufig mit dem Versprechen einer De­mokratisierung der Länder des globalen Südens ein­her­. Dementgegen haben neuere Studien die Ma­nifestation von Ungleichheiten auch in dem Ausbau er­neuerbarer Energieinfrastrukturen als „grünen Kolonia­lismus“‘ kritisiert.

Die Untersuchung umfasst zwei Fallstudien von länder­übergreifenden Energieinfrastrukturprojekten. Beide Pro­jekte verbinden die Energienetze zwischen Weltregio­nen: Erstens wird das zentralamerikanische Verbund­netz (SIEPAC) behandelt, das die Stromnetze von Mexi­ko und Zentralamerika verbindet; zweitens der Euro-Mediter­rane Elektrizitätsring, der Marokko und Spani­en über Unterseekabelkanäle verbindet und somit die nordafri­ka­nische Region in direkten Austausch mit dem Euroraum bringt. Die Fallauswahl basiert auf der Be­rücksich­tigung von Projekten mit hohen Investitionen im vergan­genen Jahrzehnt, tausenden von Kilometern um­fassen­dem Netz und daraus resultierenden Macht­verände­rungen zwischen den beteiligten Ländern bzw. Regionen.

Die länder- und regionenübergreifende Natur von Ener­gieinfrastrukturen ist in der bisherigen Forschung nicht ausreichend untersucht worden, da der herkömmliche methodi­sche Nationalismus einer ausreichend umfassen­den, transregionalen Perspektive im Weg stand. Dr. Jenss möchte diese Lücke schließen helfen. Sie verbindet die Forschung zu umstrittenen („contested“) Governance-Prozessen und globalen Infrastrukturpro­jekten.

Ziel ist es, ein besseres Verständnis der Auswirkung von transnationalen Infrastrukturen für demokratische Re­gierungsordnungen zu entwickeln. Dazu dienen zwei Forschungsfragen: In welcher Weise verändern transre­gionale Infrastrukturprojekte die lokale, nationale und transnationale politische Handlungsfähigkeit („agency“)? Und was ist ihre Auswirkung auf demokratische oder/und autoritäre Regierungspraktiken?

Der theoretische Ansatz konzipiert Praktiken der Infra­struktur-Governance und Konzepte der transregionalen Konnektivität, um so auch die transregionale Handlungs­fähigkeit zu erfassen. Grundannahme ist, dass die Go­vernance von Infrastrukturen durch potentiell autoritäre Praktiken umgesetzt wird, wie der Kriminalisierung von Dissens, der Unterdrückung von Opposition und der Technokratisierung politischer Fragestellungen.

Das analytische Interesse gilt dem Einfluss der beteilig­ten Akteure („agency“), insbesondere der globalen Ener­gieagenturen, die in enger Kooperation mit Regierungen und internationalen Finanzinstituten maßgeblich die Pla­nung von transregionalen Infrastrukturen vorantreiben. Es wird angenommen, dass politische Praktiken sich bei unerwarteten Hindernissen im Ausbau der Energieinfra­struktur verändern können. Zudem wird der ungleiche Nutzen beim Ausbau von Energieinfrastrukturen berück­sichtigt. Dies geschieht mit Blick auf alte und neue Un­gleichheiten sowie die lokalen und transregionalen Be­wegungen gegen einen Infrastrukturausbau.

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