Funding Funded Projects Online-Edition der sprachwissenschaftlichen Korrespondenz Wilhelm von Humboldts

Online-Edition der sprachwissenschaftlichen Korrespondenz Wilhelm von Humboldts

Im Rahmen des Projekts wird eine vollständige kommentierte Online-Edition der sprachwissenschaftlichen Korrespondenz Wilhelm von Humboldts (1767-1835) erstellt, um damit bisher nicht veröffentlichte sprachwissenschaftliche Studien Humboldts der Forschung zugänglich zu machen und in dessen wissenschaftliches Werk zu integrieren.

Humboldts brieflicher Austausch mit den führenden Gelehrten seiner Zeit zu sprachwissenschaftlichen Themen stammt überwiegend aus den Jahren 1820 bis 1835, als sich Humboldt nach seinem Rückzug aus der Politik fast ausschließlich dem vergleichenden Sprachstudium widmete. Seinem Ziel einer Beschreibung aller Spra­chen der Welt näherte er sich dabei vor allem durch einen Schwerpunkt auf den amerikanischen Sprachen, dem Baskischen, dem Chinesischen, dem Sanskrit und den austronesischen Sprachen. Für diese Arbeiten knüpfte Humboldt sich daher ein weltweites Netzwerk von Korrespondenten, die ihm Material und Infor­mationen über die untersuchten Sprachen lieferten. Insgesamt liegen so ca. 1.050 Briefe mit sprachwis­senschaftlicher Thematik vor, die Humboldt selbst wie auch seine übrigen Sprachmaterialien thematisch sortiert hat.

Die Veröffentlichung dieser Korrespondenz soll dabei eine Ergänzung und gleichsam auch wissenschaftshisto­ri­sche Überbietung der historisch-kritischen Edition „Schrif­ten zur Sprachwissenschaft von Wilhelm von Humboldt“ sein. Im Rahmen dieses Projekts wurden die 1.050 Briefe bereits in einer Datenbank erfasst, aber bis­lang nur 550 Briefe als Volltext zum An­lass von Hum­boldts 250. Geburtstag 2017 im Internet publiziert (wvh-briefe.bbaw.de). Diese Internetpräsenz wird nun um die noch fehlenden 486 Briefe, von denen bisher nur die Metadaten vorliegen, erweitert und damit vervollständigt.

Die Vervollständigung der Datenbank ist umso wichti­ger, da vor allem Humboldts amerikanische Arbeiten bislang der Forschung kaum bekannt sind. Die dadurch erzeugte Auffassung eines eher „philosophi­schen“ als „linguistischen“ Humboldt kann nun durch die Edition revidiert werden, die gerade die enge Ver­flochtenheit von philosophischer Sprachreflexion und Sprechdeskrip­tion dokumentiert. Humboldts Briefe ha­ben sich so immer mehr als integraler Bestandteil seiner sprachwissen­schaftlichen Forschung, aber auch als über diese hinaus­gehende wissenschafts­historisch besonders interessante Dokumente erwiesen.

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