Microglia transcriptional programs in meningioma-associated macrophages – insights into tumor development and maintenance
Das von der Hirnhaut ausgehende Meningeom ist der häufigste Tumor im Schädelinneren. Der Verlauf ist meist gutartig, bösartige Entartung kommt aber vor.
Meist ist beim Meningeom ein Gen namens NF2 defekt, das auch bei anderen Krebserkrankungen des Gehirns verändert ist. Im Gehirn finden sich neben den eigentlichen Gehirn- und anderen Zellen zwei verwandte Zelltypen, die Mikrogliazellen und die Zentralnervensystem-assoziierten Makrophagen (central nervous system associated macrophages, CAMs), die zum Immunsystem gehören. Diese Zelltypen zeigen bei Gesunden unterschiedliche Genaktivitätsmuster, d. h. sie produzieren Proteine in unterschiedlichen Kombinationen. Wie Dr. Sankowski jedoch nachweisen konnte, sind in Meningeom-assoziierten CAMs die Gene beider Zelltypen aktiv. Solche Zellen bezeichnet er deshalb als Hybrid-Makrophagen.
Im Rahmen des Forschungsprojekts wird genauer untersucht, wie die Hybrid-Makrophagen entstehen und welche Bedeutung sie für die Versorgung des Meningeom-Tumors haben. Sie könnten entweder von normalen Mikrogliazellen abstammen oder aber aus normalen Makrophagen hervorgehen, bei denen ein bisher unbekannter Botenstoff die Mikroglia-typischen Gene aktiviert. An geeigneten gentechnisch veränderten Mäusen, aus diesen gewonnenen Zellkulturen und Kulturen aus menschlichem Operationsmaterial möchte Dr. Sankowski mit histologischen, molekularbiologischen und immunologischen Methoden folgende Fragen beantworten:
- Welche Eigenschaften haben die Makrophagen, wenn man verhindert, dass Mikrogliazellen in die Nähe des Tumors kommen, wo sie sich in Hybrid-Makrophagen verwandeln könnten?
- Welche Botensubstanzen könnten für die Umwandlung normaler Makrophagen in Hybrid-Makrophagen verantwortlich sein?
- Welche Besonderheiten weisen die Hybrid-Makrophagen im Hinblick auf Genaktivität, Proteinzusammensetzung und äußeres Erscheinungsbild auf?
Insgesamt sollen neue Erkenntnisse über das unmittelbare biologische Umfeld von Meningeomen gewonnen und der Frage nachgegangen werden, wie solche Tumore sich in diesem Umfeld behaupten können.