Funding Funded Projects Kommunale Klimaanpassung im Vergleich: Die Diffusion von Politikinnovationen

Kommunale Klimaanpassung im Vergleich: Die Diffusion von Politikinnovationen

Im Rahmen des Forschungsprojekts wird ein Messinstrument für innovative Klimaanpassungspolitik entwickelt.

Kommunale Anpassungen an den Klimawandel sind ein besonders aussichtsreiches und effektives Vorgehen, um das Klima zu schützen. Dabei steht die Verbreitung und Umsetzung von beste­henden Innovationen im Mittelpunkt des Vorha­bens. Dieser als Politikdiffusion definierte Prozess geht davon aus, dass politische Entscheidungen der einen Einheit von denen der anderen Einheit beeinflusst wer­den. Diese lokalen Diffusionsprozesse sind bisher noch nicht aus­reichend erforscht worden. Ziel des Projek­tes ist es daher, Be­stand und Erklärungen für die Diffu­sion von Klimawan­delanpassungen am Beispiel des Bun­deslands Hessen zu untersuchen. Hessen bietet sich als Fallstudie an, da es mit nur fünf Großstädten und 421 Klein- und Mittel­städten die kommunale Vielfalt in Deutschland beson­ders gut widerspiegelt.

Es werden vier Forschungsfragen gestellt: Welche Klima­anpassungspolitiken werden von hessischen Kommunen verfolgt? Welche Faktoren beeinflussen diese Anpas­sungspolitiken? Welche Rolle spielt die interkommunale Interaktion für die Diffusion kommunaler Anpassungspo­litiken? Wie lassen sich die Verbreitung kommunaler Klimaanpassungspolitiken und ein horizontaler Wissens­transfer am besten fördern?

Der Diffusionsprozess stellt eine freiwillige Dynamik der Ausbreitung dar, der durch drei Mechanismen wirken kann. Erstens findet Diffusion durch Wettbewerb bspw. dann statt, wenn kommunale Akteure einen Standort­vorteil wahrnehmen und miteinander konkurrieren. Zweitens kann sich Diffusion durch Lernen manifestie­ren, wobei der Erfolg einer politischen Maßnahme in ei­ner anderen Kommune Veränderungen veranlasst. Drit­tens kann Nachahmung von weitgehend akzeptierten Lö­sungen die Verbreitung inspirieren, auch ohne dass ein konkreter Erfolgsfall beobachtet wurde.

Im Rahmen des Forschungsprojektes wird ein Messinstrument für innovative Klimaanpassungspoli­tik entwickelt. Die Operationalisierung stützt sich auf die Annahme, dass ein erfolgreicher Ansatz eine ämterübergreifende strategische Ausrichtung beinhalten sollte und durch eine Vielzahl von Maßnahmen in ver­schiedenen Handlungsfeldern ausgezeichnet ist.

In einem ersten Arbeitsschritt soll aus der Diffusions- und Governance-Forschung ein integriertes theoretisches Modell entwickelt werden. Der zweite Arbeitsschritt um­fasst die Datenerhebung für die empirische Analyse. Zentrales Element ist eine Umfrage mit allen Kommunen in Hessen, in der über einen Fragebogen der Stand der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen erhoben wird. Auf der programmatischen Ebene wird erfragt, ob eine Strategie in Form eines integrierten Gesamtkon­zepts besteht. Auf der institutionellen Ebene wird er­fasst, inwiefern die Maßnahmen in die kommunale Ver­waltungsstruktur integriert sind. Auf der instrumentellen Ebene wird die Existenz unterschiedlicher innovativer Anpassungspolitiken erfasst. Der Fragebogen enthält zu­dem einen Befragungsteil zu interkommunaler Interak­tion, um potentielle Diffusionsmechanismen abzudecken. Die Auswer­tung wird je nach Analysefokus über räumliche Regressi­onsanalysen oder dyadisch aufgebaute Analysen vorge­nommen. Abschließend werden im vierten Arbeitsschritt die Ergeb­nisse als Empfehlungen für die gezielte Unter­stützung von Diffusionsmechanismen in der kommuna­len Klima­anpassungspolitik aufbereitet.

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