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Heterogenität in Vertrauensgütermärkten

Ein Beispiel für Vertrauensgüter sind ärztliche Dienstleistungen. Der Umfang des Gesundheitsmarkts in der Bundesrepublik Deutschland von etwa zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts zeigt die volkswirtschaftliche Bedeutung von Vertrauensgütermärkten.

Bei Vertrauensgütern handelt es sich um Güter, bei denen der Verkäufer über Expertenwissen verfügt und daher im Gegensatz zum Käufer weiß, welchen Leistungsumfang der Käufer benötigt. Aus dem Wissensvorsprung des Experten ergeben sich Anreizprobleme, die zu ineffizienten Marktergebnissen führen können. Ein Beispiel für Vertrauensgüter stellen ärztliche Dienstleistungen dar. Der Umfang des Gesundheitsmarkts in der Bundesrepublik Deutschland von etwa zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts illustriert die volkswirtschaftliche Bedeutung von Vertrauensgütermärkten. Vor diesem Hintergrund wollen Prof. Rasch und Dr. Waibel herausfinden, welche Mechanismen den Anreiz zur Ausnutzung des Wissensvorsprungs des Experten fördern und welche diesen reduzieren.
Während die Theorie vorhersagt, dass etwa durch die Einführung von Haftung des Experten oder Verifizierbarkeit durch den Kunden ein effizientes Marktergebnis erreicht werden kann, lassen empirische Untersuchungen den Schluss zu, dass ein bedeutender Anteil der Gesundheitsausgaben auf nicht notwendige (Überbehandlung) oder nicht erbrachte Leistungen (Unterbehandlung beziehungsweise Falschabrechnung) zurückgeht. Diese Diskrepanz will das Projektteam erklären, indem es die theoretische Annahme der Homogenität von Akteuren für jeweils eine Marktseite fallenlässt und von heterogenen Kunden beziehungsweise Experten ausgeht.
Die empirische Untersuchung erfolgt in zwei Teilprojekten. Das erste befasst sich mit Heterogenität auf der Nachfrageseite, das zweite mit Heterogenität auf der Angebotsseite. Heterogenität auf der Nachfrageseite äußert sich in der Wahrscheinlichkeit für den Kunden, ein leichtes gesundheitliches Problem (gute Disposition) oder ein schweres Problem (schlechte Disposition) zu haben. Kunden können geringfügig oder deutlich heterogen hinsichtlich ihrer Disposition sein. Heterogenität auf der Angebotsseite äußert sich in unterschiedlichen Kosten der Experten für identische Behandlungen. Außerdem kann die Höhe der Kosten für Kunden nicht beobachtbar sein.
Den beiden Teilprojekten liegen die folgenden Fragestellungen zugrunde:
 

  • Wie wirken sich Unterschiede in den Behandlungskosten einzelner Kunden auf die Anreize zur Ausnutzung des Wissensvorsprungs auf Seiten der Experten sowie das Marktergebnis aus und welche Rolle spielt hierbei die Wettbewerbsintensität?
  • Wie wirken sich Unterschiede in den Kosten für Experten auf das Ausmaß der Überbehandlung sowie das Marktergebnis aus und welche Rolle spielt hierbei die Wettbewerbsintensität?

Der Beantwortung der Fragen dienen Laborexperimente, die in der Grundstruktur jeweils identisch sind. In acht Gruppen pro Treatment interagieren je acht Teilnehmer in zufällig verteilten Rollen als Kunden oder Experten, wobei die Rahmenbedingungen je nach Treatment variiert werden. Nachfrage- und Angebotsseite werden getrennt betrachtet und jeweils zwei Variationen der Ausgangsposition untersucht. Für jedes Treatment wird zusätzlich hinsichtlich der Wettbewerbsintensität zwischen Monopol und Preiswettbewerb variiert. Da die Treatments für die Nachfrage- und Angebotsseite in der Ausgangsposition (homogenen Kunden und Experten) identisch sind, ergeben sich insgesamt zehn Treatments mit 640 Teilnehmern. Die Experimente werden in einem Labor der Universität Düsseldorf durchgeführt, das auf einen Stamm von 2 500 Studierenden als potentielle Teilnehmer zurückgreifen kann.

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