Global Producers in China: Empirical Evidence on FDI, Product-Mix and Emissions
Auslandsdirektinvestitionen in China sind in den letzten Jahren in mehrfacher Hinsicht verstärkt ins öffentliche Interesse gerückt.
Erstens haben Knappheiten durch unterbrochene Lieferketten oder Abhängigkeitsverhältnisse zu verstärkten Diskussionen über re-shoring geführt. Zweitens ist China als eines der weltweit attraktivsten Zielländer für Auslandsdirektinvestitionen gleichzeitig der größte CO2-Emittent.
Insbesondere mit Blick auf den letzteren Zusammenhang wird analysiert, wie Unternehmen bei einem Eigentümerwechsel technologische Anpassungen und Produktionsentscheidungen vornehmen und wie sich diese Änderungen auf die ökologische Bilanz des jeweiligen Unternehmens auswirken.
Die folgenden Forschungsfragen gliedern das Vorhaben:
- Wie haben sich der Ausstoß von Treibhausgasen und die Umweltverschmutzung durch andere Schadstoffe in China im Zeitverlauf entwickelt?
- Auf welche Weise haben Auslandsdirektinvestitionen diese Emissionen und Verschmutzungen beeinflusst?
- Wie umweltverträglich sind die Produktionsmethoden ausländischer Konzerngesellschaften?
- Wie stellt sich der umweltbezogene Fußabdruck (zum Beispiel in Bezug auf Wasser-, Luft- oder Bodenverschmutzung) ausländischer Konzerngesellschaften im Vergleich mit einheimischen Unternehmen dar?
- Wie verändert sich die Produktpalette, wenn ein in China ansässiges Unternehmen durch ausländische Investoren übernommen wird?
Im Rahmen des ersten Arbeitspakets ist die Erstellung eines neuen Panel-Datensatzes geplant, der für einen Zeitraum von 15 Jahren mehrdimensionale Daten zu chinesischen Unternehmen, ihrer Produktionstechnologie und ihrer Produktpalette enthält.
Das zweite Arbeitspaket ist der Frage gewidmet, ob es für ausländische multinationale Konzerne im Vergleich mit einheimischen Unternehmen mehr oder weniger wahrscheinlich ist, dass sie in ihrem Produktionsprozess nachgeschaltete Maßnahmen zum Umweltschutz (end-of-pipe cleanup) durchführen. Die Untersuchung konzentriert sich auf Änderungen im Produktionsprozess, wenn ein einheimisches Unternehmen durch einen ausländischen Konzern übernommen wird. Auch der Einfluss unterschiedlich strenger Umweltschutzregimes in den Investitionsherkunftsländern wird einbezogen.
Das dritte Arbeitspaket befasst sich mit Änderungen in der Produktpalette bei ausländischen Unternehmensübernahmen in China. Es ist bislang unklar, ob hieraus eher eine Verbesserung oder eine Verschlechterung der ökologischen Bilanz eines Unternehmens folgt. Zur Klärung dieser Frage wird unter anderem die Emissionseffizienz auf Produktebene berechnet.
Das vierte Arbeitspaket befasst sich ebenfalls mit Veränderungen durch Übernahmen, konzentriert sich aber auf die ökologischen Konsequenzen in Bezug auf die Integration der übernommenen Firma in globale Wertschöpfungsketten. Dies umfasst Aspekte wie den erhöhten Einsatz ausländischer, energieeffizienterer Vorprodukte.