Fritz Thyssen Membership in the Schools of Historical Studies and Social Science at the Institute for Advanced Study
Am Institute for Advanced Study, Princeton, werden jährlich zwei Fellowships („Membership“) eingerichtet, deren Kosten im Sinne eines „Matching“ gemeinsam von der Fritz Thyssen Stiftung und dem Institute for Advanced Study in Princeton (New Jersey) getragen werden.
Das IAS in Princeton, das in den 1930er Jahren auf Anregung des US-amerikanischen Pädagogen Abraham Flexner errichtet wurde, gilt bis heute als „Modell“ der Institutes for Advanced Studies, die im Grundsatz alle das Ideal der zweckfreien und unabhängigen Forschung streng verfechten.
Institutes for Advanced Studies eröffnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durch ihre Förderformate die Chance der persönlichen Begegnung und des intellektuellen Diskurses. Sie wollen Frei- und Experimentierräume mit dem Ziel bereitstellen, kreative Prozesse anzustoßen und einen Rahmen für ungeplante und unplanbare Innovationen zu setzen.
Kurz nach seiner Gründung wurde das IAS Princeton zu einem wichtigen Zufluchtsort für aus Deutschland emigrierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie z. B. Albert Einstein, Erwin Panofsky, Ernst Kantorowicz, Kurt Gödel oder Emmy Noether. Bis heute haben über 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland am IAS in Princeton geforscht – eine rund 90-jährige Tradition im Bereich des transatlantischen Wissenschaftsaustauschs, an die nun mit der Einrichtung dieses Fellowship-Programms angeknüpft wird.
Wie alle IAS sieht auch das IAS in Princeton seine Kernaufgabe in der Förderung von herausragender Forschung. Es strebt an, bestmögliche Arbeitsbedingungen zu schaffen, indem die geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für einen bestimmten Zeitraum von sonstigen dienstlichen Aufgaben und Verpflichtungen weitgehend entlastet sind. Die Verschränkung größtmöglicher wissenschaftlicher Freiheit auf der Basis privilegierter Arbeitsbedingungen mit einem inspirierenden Umfeld institutionalisierter „Gesprächsräume“ über die Grenzen von Wissenschaftskulturen hinweg soll es ermöglichen, ihre spezifische Funktion zu erfüllen: Synergien und unerwartete Erkenntnisse zu generieren.
Dieser Anspruch, die Fellowships ausschließlich herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (i. d. R. Professorinnen und Professoren) aus Deutschland zukommen zu lassen, spiegelt sich auch im Bewerbungsprozess wieder: Aus der Vielzahl der Bewerbungen stellen die „Faculty of the School of Historical Studies“ und die „School of Social Science“ eine Liste mit allenfalls vier bis sechs Bewerberinnen und Bewerbern zusammen, die dann der Fritz Thyssen Stiftung zur Letztentscheidung vorgelegt werden.