Einrichtung einer Stelle für eine/n Postdoktorand/in an der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies im Forschungsprogramm „Dealing with Diversity in Islam“
Die Berlin Graduate School »Muslim Cultures and Societies« wurde 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gegründet. Die Graduate School untersucht die historische Wandelbarkeit und globale Vernetzung islamisch geprägter Kulturen und Gesellschaften in Vergangenheit und Gegenwart. Ihr besonderes Kennzeichen ist die systematische Zusammenführung geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlicher Ansätze sowie ihr Schwerpunkt auf dem »Globalen Süden«. Dabei wird der Islam in seiner gesamten geographischen Bandbreite – von Europa über Nordamerika, den Nahen und Mittleren Osten, Subsahara-Afrika bis Zentral-, Süd- und Südostasien sowie China – in den Blick genommen.
Zwischen 2007 und 2021 konnten insgesamt 53 Postdoktorandinnen und Postdoktoranden gefördert werden, welche die Graduiertenschule mit ihrer Forschung und ihrem Engagement im Austausch mit Promovierenden bereichert haben. Seit 2019 wurden zunehmend auch Postdoktorandinnen und Postdoktoranden unterstützt, die über Programme zur Förderung gefährdeter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gefördert werde und an der BGSMCS eine neue, vorübergehende akademische Heimat gefunden haben. Rund zwei Drittel der Postdoktorandinnen und Postdoktoranden kamen bislang von Universitäten und Forschungseinrichtungen im Ausland nach Berlin, rund ein Drittel kam von anderen deutschen Universitäten. Rund ein Drittel der Postdoktorandinnen und Postdoktoranden haben an renommierten Universitäten in Ländern studiert, in denen viele der an der BGSMCS angesiedelten regionalen Forschungsprojekte durchgeführt werden (z. B. Boğazıçı University, Istanbul/Türkei; International Islamic University, Isla-mabad/Pakistan; State Islamic University, Yogyakarta/ Indonesien). Dieser Austausch ermöglicht Forschung auf Augenhöhe mit Kolleginnen und Kollegen aus dem globalen Süden und trägt maßgeblich zu einem einzigartigen wissenschaftlichen Umfeld an der Graduiertenschule und ihren Partnerinstitutionen bei. Am wichtigsten aber sind innovative Projekte, die die an der Graduiertenschule vorhandenen vielfältigen Themen, Disziplinen und Regionalkompetenzen sinnvoll ergänzen.
Postdoktorandinnen und Postdoktorenden finden an der Graduiertenschule Freiräume für ihre Forschung und ein exzellentes Umfeld für fachlichen Austausch, professionelle Vernetzung, Profilbildung und Qualifizierung.
Dies ermöglicht die intensive Arbeit in den Berliner Bibliotheken, Archiven und Museen sowie die ungestörte Arbeit an Publikationen. Der Austausch und die Vernetzung werden durch enge Kooperationen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, dem Leibniz-Zentrum Moderner Orient und dem Forum für Transregionale Studien besonders gefördert.
Im Mittelpunkt des Forschungsprogramms „Dealing with Diversity in Islam“ steht der Umgang mit Diversität, Differenz und Distinktion in muslimischen Gesellschaften und Kulturen, seien sie religiös, kulturell, ethnisch, sozial, ökonomisch oder politisch definiert. Dies ist sowohl wissenschaftlich als auch gesellschaftspolitisch relevant, wie die heftigen Auseinandersetzungen zu dieser Problematik in nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaften in Europa oder Nordamerika belegen.
Der/die Inhaber/in der von der Stiftung geförderten Stelle soll zur Umsetzung des Forschungsprogramms „Dealing with Diversity in Islam“ beitragen. Der/die Postdoktorand/in hat den überwiegenden Teil seiner/ihrer Zeit für eigene Forschung, womit er/sie die Arbeit der Principal Investigators (PIs) in innovativer Weise ergänzt. Er oder sie muss – mit Ausnahme der Organisation eines überwiegend auf die ebenfalls an der BGSMCS studierenden Doktorierenden zugeschnittenen Workshops, der das Programm der Graduate School bereichert – weder lehren noch administrative Aufgaben wahrnehmen. Gleichzeitig besteht ein enger Kontakt zu den Doktorierenden, welchen er/sie als informelle Ansprechperson zur Verfügung steht, was sich in der Vergangenheit als eine zentrale Ermutigung für die Doktorierenden (im Sinne einer Vorbildfunktion) und Unterstützung der Betreuenden erwiesen hat.
Der/die im Rahmen eines mehrstufigen Auswahlverfahrens noch zu findende Postdoc wird für zwei akademische Jahre vom Wintersemester 2022/23 bis zum Sommersemester 2024 die Möglichkeit erhalten, an seinem/ihrem Forschungsvorhaben zu arbeiten.