Airborne Laser Scan im Kephissos-Tal (Phokis/Mittelgriechenland). Untersuchungen zu Geomorphologie und Siedlungsstrukturen einer Mikroregion
Mithilfe des Airborne Laser Scans (LiDAR) können hochauflösende digitale Geländemodelle bzw. Oberflächenmodelle (digital surface model) als Grundlage für weiterführende landschaftsarchäologische Untersuchungen erstellt werden.
Das im Rahmen des Projekts zu untersuchende Gebiet im Kephissostal in Phokis (Mittelgriechenland) umfasst rund 145 km2 und besticht durch zahlreiche Siedlungsreste von der Bronzezeit bis zur Spätantike, zu denen bislang entweder nur unzureichend oder noch gar nicht publiziert worden ist. Im nordöstlichen Teil des Gebietes liegt das Kephissos-Tal, das im Südwesten vom Parnassos, im Nordosten vom Kallidromos-Gebirge begrenzt wird und sich durch seine Fruchtbarkeit im Unterschied zu der vorwiegend gebirgigen und zerfurchten Landschaft der Region auszeichnet. Der im nordwestlichen Teil des Tales Lilaia entspringende Kephissos ist mit 60 km Länge der wichtigste Fluss Zentralgriechenlands. Das breite Flusstal ist ein strategisch wichtiges Durchgangsgebiet gewesen, das in der griechisch-römischen Antike Schauplatz zahlreicher militärischer Auseinandersetzung war. Das antike Okkupationsmuster im Bereich des Flusstals weist eine Abfolge von Befestigungsmauern mit und ohne Türme auf, wobei noch unklar ist, in welchem Verhältnis die Befestigungen zu den eigentlichen Siedlungsarealen und Lebensräumen der Städte gestanden haben.
Prof. Sporn und Prof. Funke gehen der Frage nach, inwieweit die Bewohner der Siedlungen interagierten und ob der Fluss ein verbindendes oder eher ein trennendes Element war. Die Untersuchung zielt auf einen geographisch zusammenhängenden „Querschnitt“ durch die Kulturlandschaft, die beidseits des Flusstals an strategischer Stelle liegt, unweit vom Pass nach Atalani und Böotien, und mit Elatia die wichtigste Stadt der Phokis einbezieht.