Funding Funded Projects The long-term effects of studying the National-Socialist regime and the Holocaust in high school on the students‘ attitudes towards democracy and anti-Semitism

The long-term effects of studying the National-Socialist regime and the Holocaust in high school on the students‘ attitudes towards democracy and anti-Semitism

Wie gut eine Demokratie funktioniert, hängt von den Einstellungen ihrer Bürgerinnen und Bürger ab. Dabei wird der Bildung Jugendlicher und junger Erwachsener eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Fähigkeit zur konstruktiven Teilnahme am demokratischen Prozess beigemessen. So kann beispielsweise Geschichtsunterricht dazu beitragen, aus früheren Fehlern zu lernen, und mit der Erinnerung an und Aufklärung über staatlich organisierte Verbrechen gegen die Menschlichkeit die Bewahrung demokratischer Ideale unterstützen.

Dr. Eichmeyer und Dr. Braghieri untersuchen, ob und in welchem Umfang die Behandlung des Themas Nationalsozialismus und Holocaust im Oberstufenunterricht die heutigen Ein­stellungen ehemaliger Schülerinnen und Schüler zu Antisemitismus und Demokratie verändert hat. Dazu nutzen sie eine Reform im Oberstufencurriculum des Landes Sachsen-Anhalt in den Jahren 2007-2014 als natürliches Experiment: Die im Geschichtsunterricht behandelten Themen rotierten landesweit von Jahr zu Jahr. Das Thema Nationalsozia­lismus und Holocaust war in den meisten Jahren Teil des Lehrplans, für die Kohorten 2011 und 2012 aber nicht. Nutzbare Variation entsteht also zwischen den unter­schiedlichen Kohorten innerhalb Sachsen-Anhalts, und zudem mit anderen Bundesländern wie z. B. Nordrhein-Westfalen, in denen das Thema im Untersuchungszeit­raum durchgängig unterrichtet wurde.

Um die heutigen Einstellungen der ehemaligen Schülerinnen und Schüler zu erfassen, wird eine Online-Erhebung durchgeführt. Über Schulen bzw. deren Alumni-Netzwerke werden 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer akquiriert, da­von 1.000 in Sachsen-Anhalt und davon wiederum 500 aus den Kohorten 2011 und 2012.

Die Umfrage gliedert sich in fünf Module. Das erste Modul misst die Einstel­lungen der Testperson zu Demokratie. Das zweite Modul befasst sich mit den Einstel­lungen zu rechtsgerichteten Parteien und Persönlichkeiten. Das dritte Modul dient der Erfassung von Einstellungen zu Antisemitismus. Im vierten Modul wird das Faktenwissen über Nationalsozialismus und Holocaust gemessen. Das fünfte und letzte Modul sammelt Einstellungen zu Demokratie, Populismus und Antisemitismus.

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