Funding Funded Projects Conversion in English: The interaction of generic knowledge, contextual information, and syntactic constructions

Conversion in English: The interaction of generic knowledge, contextual information, and syntactic constructions

Während derivationale Wortbildung von der Kompatibilität der Affixe und ihrer Basen (z. B. Wortbildungsregeln, Subkategorisierungsrahmen, se­mantischer Selektion) abhängig ist, zeigt der Wortbil­dungsprozess der Konversion keine solchen Einschrän­kungen. Dieses Defizit muss dabei durch andere Pro­zessstrategien ausgeglichen werden, die möglicherweise ziemlich komplex sind und den Prozess der Konversion damit zu einem besonders interes­santen Forschungsgebiet machen. Insbesondere die Frage, wie denominale Verben ohne (overten) Derivati­onsmarker (z. B. „to bottle“, „to concertina“, „to Super­man“) ihre verbalen Eigenschaften erhalten, ist bereits aus verschiedenen Perspektiven diskutiert worden (z. B. aus der traditionellen Grammatik, der Generativen Grammatik, der Onomasiologie, der Kognitiven Gram­matik und der Konstruktionsgrammatik).

Lexikalische und kognitive Vorgehensweisen fokussieren zumeist konzeptuell-semantische Aspekte von N-V-Kon­version. Diese Ansätze erklären zwar die für konvertierte Verben typische Polysemie, tendieren aber dazu, die bemerkenswerte strukturelle Vielfalt zu vernachlässigen (z. B. „to fool about“, „to be fooled“, „to fool someone“, „to fool someone into something). Obwohl in der einschlägigen Literatur bereits erkannt worden ist, dass die Struktur und Inter­pretation konver­tierter Verben von der Interaktion zwi­schen generischem Wissen, der Diskurssituation und dem linguistischen Kontext abhängig ist, ist noch kein Modell entworfen worden, das diese Faktoren verbindet.

Mit dem Projekt will Prof. Webelhuth also ei­nerseits eine extensive nutzungsbasierte Beschreibung innovativer und innovativ gebrauchter denominaler Ver­ben bereitstellen und andererseits die sich wiederholen­den dynamischen Muster identifizieren und formalisie­ren, von denen grammatisch relevante Informationen abgeleitet werden können. Das Verhalten der lexikali­schen Innovation wird dazu von einer generativ-lexikali­schen, einer metonymischen (kognitiven) und einer syntaxbasierten Perspektive betrachtet. Die in der Untersuchung gewonnenen Daten werden dann eva­luiert und sollen als Basis für einen neuen Vorschlag dienen, der zum einen die semantische und syntaktische Vielseitigkeit konvertierter denominaler Verben erklären soll und zum anderen ihre nicht willkürliche Distribution innerhalb bestimmter semantischer Klassen und in wie­derkehrenden Mustern. Prof. Webelhuth kombiniert also Möglich­keiten der Interpretation nicht derivierter denominaler Verben miteinander.

Als Hauptquelle für die Sammlung der neuen denomina­len Verben dient die elektronische Version des „Oxford English Dictionary“, das sowohl die erste Nen­nung als auch die Bedeutungen und den Kontext einzeln aufführt. Diese lexikographischen Details sollen dann helfen die weitere Entwicklung der nicht derivierten Ver­ben (inclusive der Bedeutungserweiterungen) in vier großen gebrauchsbasierten Korpora nachzuvollziehen: dem „Corpus of Contemporary American English“, dem „British National Corpus“, dem „Corpus of Global Web-based English“ und „iWeb“. Diese Korpora bieten eine große Bandbreite an Texten (z. B. journalistische Texte, Blogs, Fiktionales) und Suchparameter (z. B. Zeitspan­nen, Wortarten, Varietäten des Englischen).

In der Analyse untersucht Prof. Webelhuth unter anderem fol­gende Fragen: Inwieweit bestimmt das generische Wissen, das mit Nomen verbunden wird, die Bildung und In­terpretation nicht derivierter denominaler Verben und welche der obengenannten Herangehenswei­sen kann die kontextabhängigen Bedeutungsmo­difikationen am besten darstellen? Welche Faktoren bestimmen die relative Auffällig­keit einiger Teilnehmer und erlaubt diese relative Auffälligkeit Vorhersagen über die Platzierung der thematischen Information? Woher kommen die verbalen Eigenschaften – ins­besondere die Argumentstruktur – konvertierter Verben und wie kann die strukturelle Flexibilität innovativer oder innovativ gebrauchter Verben erfasst werden?

Newsletter Anmeldung

    Ich bin mit der Speicherung meiner Daten gemäß unseren Datenschutzhinweisen einverstanden.

    Newsletter Abmeldung