Funding Funded Projects The life cycle of lipid-associated macrophages – Deciphering the cellular basis of metabolic disease

The life cycle of lipid-associated macrophages – Deciphering the cellular basis of metabolic disease

Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) sind weltweit auf dem Vormarsch. Beunruhigend sind sie vor allem wegen der damit verbundenen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Atherosklerose u. a., die unter dem Begriff „metabolisches Syndrom“ zusammengefasst werden. Welche Mechanismen die Adipositas mit diesen Erkrankungen verbinden, ist bisher nicht geklärt.

In allen Geweben sind Zellen des Immunsystems ange­siedelt. Bei manchen Erkrankungen werden solche Zellen bereits in neueren therapeutischen Ansätzen genutzt. Insbesondere im Fettgewebe ist die Population der Immunzellen sehr vielgestaltig. Dr. Thaiss und Dr. Jaitin haben eine neue Gruppe derartiger Zellen entdeckt, die „lipid­assoziierten Makrophagen“ (LAMs), die rund um die Fettzellen angesiedelt sind und offensichtlich den nega­tiven Auswirkungen einer zu starken Fettansammlung auf den Stoffwechsel entgegenwirken. Ähnliche Gen­aktivitätsmuster wie bei den LAMs findet man auch in anderen Makrophagen, die z. B. mit atherosklerotischen Gefäßschäden oder Fettleber assoziiert sind. Die Wissenschaftler vermuten deshalb, dass die LAMs an einer umfassenden Immunreaktion gegen Adipositas-bedingte Stoffwechselstörungen mitwirken.

Im Rahmen des Forschungsprojekts untersuchen Dr. Thaiss und Dr. Jaitin die biologischen Eigenschaften der LAMs und insbesondere ihren Lebenszyklus genauer. An Fettzellen von gesunden und überge­wichtigen Menschen sowie an geeigneten gentechnisch veränderten Mäusen sollen mit molekularbiologischen, biochemischen und immunologischen Methoden folgende Fragen beantwortet werden:

  • Aus welchen Vorläuferzellen entwickeln sich die LAMs und wie werden sie ins Fettgewebe dirigiert? Welche Signalmoleküle wirken an den beiden Vorgängen mit? Eignen sich diese Moleküle als therapeutische Ansatzpunkte?
  • Wie verhalten sich die LAMs angesichts wiederholter Zyklen von Gewichtsab- und -zunahme, die fett­leibige Menschen im Rahmen des „Jojo-Effekts“ häufig erleben? Verbleiben die LAMs bei Gewichts­abnahme im Fettgewebe oder verschwinden sie?
  • Wie verändern sich die Funktion und das Genakti­vitätsmuster der LAMs bei  anhaltender Adipositas? Sind solche Veränderungen der Grund, warum die Schutzwirkung der LAMs irgendwann erschöpft ist, so dass die Erkrankungen des metabolischen Syn­droms auftreten? Lassen sich die an Mäusen gewonnenen Erkenntnisse auf Menschen über­tragen?

Insgesamt möchte die Forschergruppe genauere Kenntnisse über die LAMs und ihre immunologische Schutzwirkung gewinnen und klären, ob sich diese Zellen als Ansatzpunkte für neue Therapie­verfahren gegen das metabolische Syndrom eignen. Darüber hinaus lassen sich die Befunde auch möglicherweise für die Erforschung von Immunmechanismen in anderen Geweben nutzen.

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