Understanding wound healing in laminin-332 deficient skin for improved treatment of genetic skin fragility
Die Epidermolysis bullosa (EB) ist einer Krankheit, die durch Blasenbildung nach kleinsten Verletzungen und schlecht heilende Wunden gekennzeichnet ist.
Für die Funktion der Haut, die als größtes Körperorgan der Abgrenzung des Organismus gegen die Außenwelt dient, sind der Zusammenhalt und das Wechselspiel zwischen Oberhaut (Epidermis) und Unterhaut (Dermis) von entscheidender Bedeutung. Mutationsbedingte Funktionsstörungen der Proteine, die für diese Interaktionen verantwortlich sind, führen zur Epidermolysis bullosa (EB), einer Krankheit, die durch Blasenbildung nach kleinsten Verletzungen und schlecht heilende Wunden gekennzeichnet ist. Ein besonders schwerer Subtyp, die Epidermolysis bullosa junctionalis (JEB), entsteht in vielen Fällen durch Mutationen in den Genen für die drei Untereinheiten eines Proteins namens Laminin-332. Dieses dient der Anheftung hornbildender Zellen (Keratinocyten) und ist auch für die Wundheilung unentbehrlich. Welche Funktionen Laminin-332 dabei im Einzelnen erfüllt und wie das Protein u. a. auch zur Narbenbildung beiträgt, ist aber nur unvollständig bekannt.
Ziel des Forschungsprojektes ist es deshalb, die Funktionen von Laminin-332 und die Auswirkungen seiner mutationsbedingten Defekte genauer aufzuklären. Am Universitätsklinikum Freiburg werden 120 Patienten mit einer genetisch gut charakterisierten JEB betreut. An diesen Patienten bzw. ihren Blut- und Gewebeproben sowie an geeigneten Zellkulturen sollen mit bildgebenden Verfahren sowie mit biochemischen, immunologischen und zellbiologischen Methoden folgende Fragen beantwortet werden:
- Wie läuft die Wundheilung bei der durch defektes Laminin-332 verursachten JEB im Einzelnen ab? Wieviel Flüssigkeit geben die Wunden ab? Welche Signalsubstanzen des Immunsystems werden im Rahmen der Wundheilung produziert?
- In welchem Umfang kommt es im Rahmen der Wundheilung zu Entzündungsvorgängen? Welche entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Signalsubstanzen und Immunzellen spielen dabei eine Rolle?
- Wie wirkt sich der Defekt von Laminin-332 auf das Wanderungs- und Anheftungsverhalten sowie auf die Vermehrung der Keratinocyten aus?
- Wie wirkt sich der Defekt von Laminin-332 auf die Aktivität anderer Proteine aus? Sind darunter auch solche, die bekanntermaßen an Entzündungsvorgängen und Narbenbildung mitwirken?
- Welche durch die Arbeiten identifizierten Mechanismen lassen sich als Ansatzpunkte für neue Therapieverfahren nutzen? Welche molekularen Reagenzien kommen als Mittel für solche Therapieverfahren infrage?
Insgesamt möchten Dr. Kirtisi und Dr. Nyström den Weg zu einer verbesserten symptomatischen Behandlung der JEB eröffnen und die Voraussetzungen für eine ursachenbezogene Therapie schaffen.