Investigating the impact of Capicua (CIC) mutations in gliomas
Gliome sind eine große Gruppe von Gehirntumoren unterschiedlicher Aggressivität; zu den weniger aggressiven Typen („lower grade“) gehören die Oligodendrogliome.
Ein charakteristisches Kennzeichen dieser Tumore sind Mutationen in einem Gen namens IDH, die, wie Dr. Turcan zeigen konnte, das Muster der DNA-Methylierung verändern, d. h. das Muster der an die DNA angehefteten chemischen Gruppen, die der Genregulation dienen. Wie sie außerdem zeigen konnte, verlieren die Zellen einen Teil des krebsartigen Erscheinungsbildes, wenn man die Mutationen in IDH unwirksam macht. Dies reicht allein jedoch nicht aus, um das einmal begonnene Tumorwachstum zu unterbinden. Offensichtlich sind also an der Aufrechterhaltend der krebsartigen Eigenschaften weitere genetische Faktoren beteiligt. Hier kommt insbesondere ein Gen namens CIC in Frage, das ebenfalls bei der Mehrzahl der Gliome mutiert ist. Die Auswirkungen dieser Mutationen sind bisher nicht im Einzelnen untersucht, man weiß aber, dass Gliome mit CIC-Mutationen aggressiver sind, was zu einer schlechteren Krankheitsprognose führt.
In dem Forschungsprojekt wird daher genauer untersucht, wie Mutationen von CIC an der Entstehung und Aufrechterhaltung der krebsartigen Veränderungen in den Zellen von Oligodendrogliomen mitwirken. Als Untersuchungsmaterial dienen dabei Kulturen gentechnisch veränderter Gehirnzellen, geeignete Zellen aus Tumormaterial vor Patienten und geeignete Mausmodelle. Mit molekular- und zellbiologischen, histologischen und immunologischen Methoden möchte Dr. Turcan folgende Fragen beantworten:
- Welche Auswirkungen haben Mutationen von CIC auf Zellen, in denen IDH bereits mutiert ist? Wie verändern sich insbesondere das Methylierungsmuster und die Wachstumseigenschaften der Zellen sowie ihre Fähigkeit, in Tieren Tumore entstehen zu lassen?
- An welche anderen Moleküle und DNA-Abschnitte bindet das normale CIC-Genprodukt in den Zellen? Wirkt sich die Bindung auf die Ausprägung anderer Gene aus, und wenn ja, um was für Gene handelt es sich? Wie verändern sich diese Wechselwirkungen, wenn CIC mutiert ist?
- Haben Mutationen von CIC Auswirkungen auf biochemische Reaktionswege, in die bei der Therapie eingegriffen wird? Ist dies möglicherweise ein Grund, warum Tumore mit CIC-Mutationen aggressiver sind?
Insgesamt möchte Dr. Turcan neue Kenntnisse über die Mitwirkung des Gens CIC an der Entstehung von Oligodendrogliomen gewinnen und damit Ansatzpunkte für neuartige Therapieverfahren aufzeigen, mit denen sich die Überlebenszeit bei solchen Tumoren möglicherweise verlängern lässt.