Funding Funded Projects Elucidating the role of neutrophils in tumor reprogramming

Elucidating the role of neutrophils in tumor reprogramming

Das Glioblastom (GBM) ist der häufigste und gleichzeitig bösartigste Gehirntumor: Die durchschnittliche Überlebenszeit liegt trotz chirurgischer und strahlenmedizinischer Therapie bei weniger als zwei Jahren.

Die Mechanismen, durch die das GBM entsteht und auch nach einer Therapie wieder auftritt, sind nicht geklärt. Dr. Friedmann-Morvinski hat nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sie die Genaktivität in bestimmten kleinen Zellgruppen gezielt ein- und ausschalten kann. Auf diese Weise konnte sie nachweisen, dass zumindest bei Mäusen nahezu alle Typen von Gehirnzellen die Fähigkeit erlangen können, zu Ausgangszellen für das Tumorwachstum (so genannten cancer stem cells oder CDCs) zu werden, ein Prozess, den sie als „tumor reprogramming“ bezeichnet. Aus den CDCs könnten dann in einem Ablauf, der der Zelldifferenzierung in der Embryonalentwicklung ähnelt, immer neue Tumorzellen hervorgehen. Dr. Friedmann-Morvinski vertritt die Hypothese, dass die Mikroumgebung der einzelnen Gehirnzellen und hier insbesondere die Neutrophilen (ein Typ von Immunzellen) entscheidend zum „tumor reprogramming“ beitragen. Während die bisherigen Befunde meist nur den genetischen Zustand der Gehirnzellen zu einem bestimmten Zeitpunkt wiedergeben, ist es zur Bestätigung dieser Hypothese notwendig, den zeitlichen Ablauf des Prozesses zu verfolgen.

Im Rahmen des Forschungsprojektes untersucht Dr. Friedmann-Morvinski deshalb genauer, wie das „tumor reprogramming“ bei der Entstehung des GBM abläuft und welche Rolle die Mikroumgebung der Zellen und hier insbesondere die Neutrophilen dabei spielen. Im Einzelnen sollen an Mäusen, bei denen Tumore entweder mit dem von der Wissenschaftlerin entwickelten Verfahren oder durch Verpflanzung von Gewebematerial aus Patienten erzeugt wurden, mit molekularbiologischen, gentechnischen, immunologischen und histologischen Methoden folgende Fragen beantwortet werden:

  • Welche molekularen und zellbiologischen Eigenschaften hat die Mikroumgebung der Tumore? Lassen sich insbesondere bestimmte Gene identifizieren, die im Umfeld der Tumorzellen eine vom gesunden Gewebe abweichende Aktivität aufweisen?
  • Wie verändern sich die Neutrophilen im Laufe der Tumorentstehung? Lassen sich in diesen Zellen bestimmte Gene identifizieren, deren Aktivität das Tumorwachstum antreibt oder hemmt?
  • Beeinflussen Substanzen, die von den Tumorzellen ausgeschüttet werden, die Neutrophilen und insbesondere deren Fähigkeit, ihrerseits das Tumorwachstum zu stimulieren?

Die Befunde könnten die Voraussetzungen dafür schaffen, eine stärker auf die individuellen genetischen Verhältnisse zugeschnittene und damit wirksamere Therapie des Glioblastoms zu entwickeln.

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