Funding Funded Projects Stepfamilies across Religions in East Central Europe (16-17th Centuries)

Stepfamilies across Religions in East Central Europe (16-17th Centuries)

Die Wiederverheiratung und Neuzusammensetzung von Familien war in der Frühen Neuzeit in allen gesellschaftlichen Schichten, in unterschiedlichen ethnischen und religiösen Gruppen verbreitet.

Stief- oder so genannte Patchworkfamilien sind eine Erscheinung der modernen westlichen Gesellschaften. Allerdings gab es sie auch schon in früheren Jahrhunderten. Nach dem Tod eines Ehepartners entschieden sich die überlebenden Elternteile häufig dazu, nochmals zu heiraten, um das Überleben der Familie und insbesondere auch der Kinder zu ermöglichen. Die Wiederverheiratung und Neuzusammensetzung von Familien war in der Frühen Neuzeit in allen gesellschaftlichen Schichten, in unterschiedlichen ethnischen und religiösen Gruppen verbreitet. Dies betraf auch Herrscherfamilien, wie zum Beispiel Kaiser Leopold I. (1655-1705), den Prinzen von Transsylvanien György I. Rákóczi (1630-1648) oder die polnische Prinzessin Hedwig Jagiello (1513-1573). Sie verloren als Kinder ihre Mütter oder Väter und wuchsen in einer Stieffamilie zusammen mit Geschwistern, Halbgeschwistern oder Stiefgeschwistern auf.

Ziel des Forschungsvorhaben ist es, die Formen, Praktiken und Funktionen von Stieffamilien im 16. und 17. Jahrhundert am Beispiel einzelner Bevölkerungsgruppen in den Ländern Mittel-Ost-Europas (deutsche, slowakische und ungarische Stadtbürger katholischen und calvinistischen Glaubens im habsburgischen Ungarn, in Transsylvanien, Mähren und Schlesien; einfache Leute muslimischen Glaubens im osmanischen Ungarn) vergleichend zu untersuchen.

Dem Projekt liegt ein sozial- und kulturgeschichtlicher Ansatz zugrunde, der Familie nicht nur als eine gesellschaftliche Institution versteht, sondern als einen Ort emotionaler Bindungen und persönlichen Austausches definiert. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die sozialen Beziehungen innerhalb der Stieffamilien und die Praktiken im Umfeld von Übergangsphasen (Geburt, Hochzeit, Konversion, Tod). Als Quellen werden insbesondere Ego-Dokumente wie Familienkorrespondenzen oder persönliche Aufzeichnungen herangezogen. Daneben werden auch Gesetze, Gerichtsentscheide, Predigten, Schulbücher, literarische Quellen etc. untersucht.

Newsletter Anmeldung

    Ich bin mit der Speicherung meiner Daten gemäß unseren Datenschutzhinweisen einverstanden.

    Newsletter Abmeldung