Defining the fibrotic program of scar formation for prospective therapeutic prevention
Das Projekt dient dem Ziel, die molekularen Regulationsmechanismen bei der Bildung von Narbengewebe aufzuklären.
Das feste, faserige Narbengewebe, das sich nach Hautverletzungen und verschiedenen anderen Gewebsschädigungen bildet, unterscheidet sich von seinem Ausgangsgewebe und kann unterschiedliche Krankheitserscheinungen wie Gewebeverhärtung und -verklebung herbeiführen. Es geht von Bindegewebszellen aus der großen, heterogenen Gruppe der Fibroblasten aus. Da diese Zellen in der Embryonalentwicklung aus verschiedenen Ausgangszellen hervorgehen und genetisch entsprechend vielgestaltig sind, konnte man bisher die molekularen Regulationsvorgänge, die zur Bildung des Narbengewebes führen, nicht aufklären. Dr. Rinkevich ist es gelungen, in der Rückenhaut von Mäusen zwei genetisch unterschiedliche Linien von Fibroblasten nachzuweisen, von denen eine ein Gen namens En1 ausprägt (sog. EPFs), die andere jedoch nicht (ENFs). Nach einer Hautverletzung geht die Narbenbildung nur von den EPFs aus. Dr. Rinkevich hat bereits die gesamten Genausprägungsmuster beider Zelllinien analysiert und verglichen.
Mit dem Forschungsprojekt verfolgt Dr. Rinkevich das Ziel, ausgehend von den bereits erzielten Ergebnissen die molekularen Regulationsmechanismen bei der Bildung von Narbengewebe aufzuklären. An geeigneten gentechnisch veränderten Mäusen bzw. deren Gewebe sowie an Biopsiematerial aus menschlichem Haut- und Narbengewebe sollen mit histologischen, immunologischen, molekularbiologischen und biochemischen Methoden folgende Fragen beantwortet werden:
- Welche Gene spielen zusammen, wenn EPFs Narbengewebe bilden? Welches sind die übergeordneten Regulationsgene, und welche anderen Gene sind ihnen nachgeschaltet? Welches Regulationsprogramm läuft während der Wundheilung ab?
- Welche Proteine spielen bei der Narbenbildung durch die EPFs zusammen? Welche Proteinzusammensetzung ist für Fibroblasten des Narbengewebes charakteristisch und wie ändert sich diese Zusammen-setzung im Laufe der Wundheilung? Liegen manche beteiligten Proteine auf der Zelloberfläche, so dass man sie mit immunologischen Reagenzien (Antikörpern) im Zuge einer Therapie erreichen könnte?
- Welche Gene muss man in ihrer Aktivität hemmen, um die Narbenbildung zu verhindern oder zu vermindern? Lassen sich die so gewonnenen Befunde in Korrelation zu den Verhältnissen in Proben von menschlichem Haut- und Narbengewebe setzen?
Insgesamt möchte Dr. Rinkevich neue Erkenntnisse über die molekularen Vorgänge bei der Bildung von Narbengewebe gewinnen; die Ergebnisse dürften für verschiedene medizinische Fachgebiete wie Chirurgie, Dermatologie und andere von Bedeutung sein.