Funding Funded Projects Academia and Authoritarianism: the Role of Epistemic Communities in Democratic Resilience

Academia and Authoritarianism: the Role of Epistemic Communities in Democratic Resilience

Die Erosion demokratischer Strukturen (democratic backsliding) ist in den letzten ca. zwei Jahrzehnten zu einem globalen Trend geworden, der auch vor Europa, insbesondere der Türkei und osteuropäischen Ländern, nicht Halt macht.

Autoritäre Regime versuchen, die Wissen­schaft in ihrem Land zu einem Instrument ihrer ideolo­gischen Reproduktion umzugestalten, ihre Autonomie einzuschränken und ihre Institutionen von globalen Wissensnetzwerken zu isolieren. Doch könnte die akademische Welt auch Widerstand leisten, Enklaven un­abhängigen Denkens bewahren und Ressourcen für Regimetransformationen – sowohl von liberalen zu auto­ritären Regimen als auch andersherum – bereitstellen, und zwar durch ihr strukturell und kulturell inhärente Eigenschaften wie evidenzbasierter Forschung, Peer Review und der internationalen Verbreitung von Wissen. Allerdings konzentriert die Forschung sich überwiegend auf den Umgang mit wachsendem autoritärem Druck und nicht darauf, wie sich akademische Wissens­gemeinschaften nach dessen Rückgang erholen.

Hier setzt Dr. Kalgin mit seinem Projekt an und untersucht beide Perspek­tiven gleichwertig. Er erkennt an, dass es dieselben Wissensgemeinschaften (epistemic communi­ties) sind, die akademische Autonomie unter autoritären

Regimes verteidigen und später zu den wichtigen Akteu­ren beim Wiederaufbau dieser Autonomie während eines demokratischen Übergangs werden. Dr. Kalgin untersucht in drei Fallstudien, wie jene Wissens­gemeinschaften die akademische Erneuerung historisch beeinflusst haben: Polen, Ungarn und Russland teilen die gemeinsame Geschichte des Staatssozialismus und der schnellen Veränderungen nach 1989, auch hinsicht­lich der akademischen Institutionen. Polen ist am demokratischsten geblieben, Ungarn hat erhebliche autoritä­re Rückschritte zu verzeichnen und Russland stellt einen Extremfall von Autokratisierung dar.

Es werden folgende Forschungsfragen formuliert: Welche Rolle können akademische Wissensgemeinschaften beim demokratischen Wandel und beim Widerstand gegen Rückschritte spielen? Welche Lehren lassen sich aus dem historischen Vergleich osteuropäischer Fälle von Demo­kratisierung und Rückschritten ziehen?

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