Funding Funded Projects Multimodale Analyse der Rolle dendritischer Zellen in der Pathogenese der T-Prolymphozyten-Leukämie

Multimodale Analyse der Rolle dendritischer Zellen in der Pathogenese der T-Prolymphozyten-Leukämie

Die T-Prolymphozyten-Leukämie (T-PLL) ist eine seltene Form der Leukämie, die fast ausschließlich bei älteren Patientinnen und Patienten auftritt und durch einen sehr aggressiven Verlauf gekennzeichnet ist.

Wie bei allen Leukämien sind weiße Blutzellen – hier die T-Prolymphozyten – krebs­artig verändert und vermehren sich anormal stark. Die verfügbaren therapeutischen Optionen stützen sich vor allem auf die Kenntnis genetischer Veränderungen in den Leukämiezellen. In der Regel kommt es jedoch trotz Therapie relativ schnell zu Rezidiven, die dann therapeu­tisch nahezu nicht mehr beherrschbar sind. Knochen­markstransplantationen kommen nur für wenige Betroffene infrage und führen auch bei diesen nur in einem Bruchteil der Fälle zum Erfolg. Auf Grund dieser Befunde vermutet Dr. Braun, dass neben den genetischen Veränderungen in den Leukämiezellen selbst auch Ein­flüsse anderer Zellen für den Krankheitsverlauf und die schlechten Therapiemöglichkeiten eine Rolle spielen. Insbesondere scheinen hier die dendritischen Zellen (DCs) von Bedeutung zu sein, eine Gruppe von Zellen, die im Immunsystem der Erkennung körperfremder Strukturen dienen und verschiedene Regulationsauf­gaben wahrnehmen. Im Rahmen seiner Vorarbeiten konnte Dr. Braun Anomalien in den molekularen Wechselwirkungen zwischen DCs und T-PLL-Zellen beobachten.

Er geht auf Grund seiner bisherigen Befunde davon aus, dass das Verhalten der T-PLL-Zellen und der Krankheits­verlauf durch Interaktionen zwischen inneren genetischen Veränderungen dieser Zellen und genetisch ver­änderten DCs verursacht werden. Diese Hypothese wird im Rahmen des Forschungsprojekts über­prüft. Hierzu hat Dr. Braun u. a. eine Methode entwickelt, mit der sich T-PLL-Zellen und DCs gemeinsam kultivieren lassen. An Kulturen von Zellen aus T-PLL-Patienten und geeigneten gentechnisch ver­änderten Mäusen sollen mit immunologischen, moleku­larbiologischen, histopathologischen und zellbiologischen Methoden folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie sind die DCs im unmittelbaren Umfeld der Tumorzellen verändert? Welche Veränderungen beobachtet man insbesondere bei Eigenschaften, die nach bisherigen Erkenntnissen für das Tumorgeschehen eine Rolle spielen?
  • Welche wechselseitigen molekularen Interaktio­nen finden im Umfeld des Tumors zwischen T-PLL-Zellen und DCs statt? Eignen sich diese Interaktionen als Ansatzpunkte für therapeutische Eingriffe?
  • Lassen sich die für T-PLL typischen Veränderun­gen im Mausmodell durch die Manipulation von DCs auslösen?

Insgesamt sollen neue Aufschlüsse über die Mitwirkung dendriti­scher Zellen an der T-PLL und den Ursachen der Thera­pieresistenz gewonnen werden.

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