Funding Funded Projects InSTinC: Integrating Script Theory into the Dynamics of Conversation

InSTinC: Integrating Script Theory into the Dynamics of Conversation

Dr. Skibra untersucht, wie die „Skript-Theorie“ als Werkzeug im Bereich der sozialen Kognition und der Kommunikationspragmatik genutzt werden kann.

Die „Skript-Theorie“ wurde in der frühen KI-Forschung entwickelt. Ein „Skript“ ist ein Satz von Anweisungen oder Befehlen, die in einer Programmiersprache geschrieben sind. „Skripte“ sind oft als kleine, eigenstän­dige Programme konzipiert, die in unterschiedlichen Kontexten, wie der Webentwicklung mit JavaScript oder der Automatisierung von Betriebssystemaufgaben ein­gesetzt werden.

Die „Skript-Theorie“ wurde in der Folge in unterschiedlichen Bereichen (z. B. Sprach­wissenschaft, Psychologie, Soziologie, Kognitionswissen­schaft) rezipiert und weiterentwickelt, u. a. zur Kodie­rung und Modellierung von stereotypen und routinierten Handlungen, von sozialer Wahrnehmung, von sozialen Rollen, von Gesprächen und Diskursen. Indem es Infor­mationen über die soziale Identität sowie den kulturellen und situativen Kontext von Handlungen und Diskursen einbezog, ist das „Skript-Konzept“ flexibler und kontext­sensitiver geworden.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die „Skript-Theorie“ in einen engeren Dialog mit der aktuellen Kommunika­tionspragmatik zu bringen. Die Durchführung des Projekts erfolgt in drei Schritten:

Zunächst wird in einer Machbarkeitsstudie (Proof-of-Concept) geklärt, wie das „Skript-Konzept“ gewinnbringend in „gesprächsdynamische Modelle“ implementiert werden kann, wobei der Schwerpunkt auf „informativen Präsuppositionen“ („informative presuppositions“), d. h. Sätzen, deren Wahrheit durch eine Äußerung als gegeben vorausgesetzt wird, und „generischen bzw. allgemeingültigen Sätzen“ („norma­tive generics“) liegt.

In einem weiteren Schritt wird untersucht, welche theoretische Rolle „Skripte“ in kommunikationspragmati­schen Modellen einnehmen könnten. Ausgehend von der Beobachtung aus der sozialen Kognition, dass Menschen offensichtlich alle Arten von Hintergrund-, Norm- und Kontextinformationen verwenden, um das Verhalten anderer zu interpretieren, stellt sich die Frage, ob „Skripte“ hilfreich bei der Beschreibung menschlicher Kommunikation sein können.

Schließlich wird untersucht, wie die „Skripte“ in formale „Scoreboard“-Modelle der Gesprächsdynamik implementiert werden können, die in der formalen Semantik und Pragmatik beliebt sind. Dabei wird insbe­sondere evaluiert, wie (gut) „Skripte“ mit dem „Common Ground“ und mit anderen Komponenten der „Scoreboard“-Modelle, insbesondere der „To-Do-Liste“ und dem „QUD“ („Question Under Discussion“) -Stack“, interagieren und ob bzw. inwieweit die Einbeziehung zusätzlicher „formaler Mechanismen“ notwendig ist.

Das Forschungsprojekt ist an der Schnittstelle von Sprachphilosophie/Linguistik und Philosophie des Geistes, Kognitions- und Kommunikationswissenschaft angesiedelt.

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