Funding Funded Projects Endangered Legacy: Creating a Digital Catalogue of Islamic Manuscripts in the Libraries of Ukraine

Endangered Legacy: Creating a Digital Catalogue of Islamic Manuscripts in the Libraries of Ukraine

Im Zentrum des Forschungsprojekts stehen islamische Handschriften, die in der Zeit vom 13. bis zum 19. Jahrhundert in der Ukraine und auf der Krim entstanden sind.

Die russische Invasion am 24. Februar 2022 hat nicht nur die größte humanitäre Krise in Ostmitteleuropa seit dem Zweiten Weltkrieg verursacht, sondern stellt auch eine große Herausforderung für die materielle Kultur der Region dar. Bibliotheken, Museen und Universitäten wurden beschädigt oder vollständig zerstört, kulturelle Werte wurden ausgelagert oder gingen verloren. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine bedeutet somit auch eine erhebliche Bedrohung für das (Welt-)Kulturerbe in der Ukraine.

Vor der Annexion der Krim im Jahr 2014 besaß die Ukraine eine der reichsten Sammlungen orientalischer Handschriften, die von frühen jüdischen und karäischen Quellen bis hin zu islamischen Schriften aus der Zeit des Osmanischen Reiches und des Krimkhanats reichte. Diese Handschriften beinhalten ein bedeutendes Erbe der Geistesgeschichte des Islam in Ost- und Mitteleuropa. Sie zeigen, dass sowohl in der Periode der Goldenen Horde (13.–14. Jahrhundert) als auch des Krimkhanats (15.–18. Jahrhundert) Bildungs- und Wissenschafts­netzwerke existierten, die eine große Anzahl von Manu­skripten hervorbrachten, angefangen bei den spezifisch religiösen Disziplinen (islamisches Recht, Theologie, Korankommentare usw.) bis hin zur Mathematik und den Naturwissenschaften (z. B. Astronomie, Geographie).

Die bisherigen Recherchen von Dr. Yakubovich beziehen sich auf (Original-)Werke von Autoren, die von der Krim und dem nördlichen Teil des Schwarzen Meeres stammen. Noch nicht erforscht sind zahlreiche Manuskripte, die in der Region aus anderen Quellen kopiert wurden und in der muslimischen Welt weit verbreitet waren. Diese Ab­schriften, seien es spätere Manuskripte des Korans oder der Sunna, Werke zum islamischen Recht, zur Exegese oder aus anderen Bereichen, repräsentieren häufig auch fortschrittliche Traditionen der islamischen Kalligraphie. Ein Teil dieser Sammlungen wird in Bibliotheken und Museen in Kiew (z. B. Mohyla-Akademie mit einigen spätosmanischen astronomischen Werken), Lwiw (Museum für Religionsgeschichte mit frühesten Abschriften von „Majālis al-Abrār“ von Aḥmad ibn al-Qādir al-Rūmī, gest. 1632; Iwan-Franko-Universität mit ʾIbāḍiyya-Handschriften und -Fragmenten aus dem 15. und 16. Jahrhundert über Fiqh, Logik und Tafsīr), Charkiw und Odessa aufbewahrt.

Trotz zahlreicher akademischer Bemühungen gibt es in der Ukraine immer noch keinen umfassenden Katalog islamischer, d. h. osmanischer, arabischer und krimtatarischer Handschriften. Dr. Yakubovich schließt diese Forschungslücke nun, indem er die wichtigsten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen islamischen Handschriften des 13. bis 19. Jahrhunderts, die derzeit in den staatlich kontrollierten Gebieten der Ukraine verfügbar sind, erfasst, beschreibt und auch im Hinblick auf ihren physischen Zustand bewertet, wobei diejenigen hervorgehoben werden, die dringend restauriert werden müssen.

Die Manuskripte werden in einer digitalen Datenbank mit Angaben zu Entstehungszeit, Autorenschaft, Ort der Erstellung, Papier, Skripten, Kolophonen, Auflagen usw. präsentiert und in einem analogen englischsprachigen Katalog publiziert.

Newsletter Anmeldung

    Ich bin mit der Speicherung meiner Daten gemäß unseren Datenschutzhinweisen einverstanden.

    Newsletter Abmeldung