Long-term Labor-market Outcomes of Mentoring for Disadvantaged Adolescents
Die Bedeutung der familiären Herkunft für die Bildungs- und Berufsperspektiven von Heranwachsenden ist in Deutschland vergleichsweise groß.
Fehlt Unterstützung durch die Familie, führt dies regelmäßig zu bleibenden Defiziten für solcherart benachteiligte Kinder. Ein erfolgversprechendes Instrument, um diesem Problem entgegenzuwirken, sind Mentorenprogramme. In dem Projekt wird untersucht, ob sich solche Programme – über die bislang gefundenen kurzfristigen Effekte hinaus – auch langfristig positiv auf das berufliche Fortkommen von Heranwachsenden auswirken. Langfristig bedeutet dabei einen Zeitraum von sechs bis neun Jahren. Einbezogen werden der Abschluss einer Ausbildung, der Besuch einer höheren Bildungsinstitution, der höchste Bildungsabschluss, der Erwerb beruflicher Qualifikationen, der Beschäftigungsstatus, die Berufswahl sowie der Lohn.
Grundlage sind zwei verschiedene Datenquellen. Für den ersten Datensatz werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer früheren Studie, die ein Mentoring erhielten (Experimentgruppe), oder als Kontrollgruppe kein Mentoring erhielten, erneut zu ihren Bildungs- und Beschäftigungsbiographien befragt. Abgefragt werden formale Bildungsabschlüsse und berufliche Tätigkeiten, Bildungs- und Berufserfahrungen sowie weitere über den Arbeitsmarkt hinausgehende Aspekte wie Lebenszufriedenheit, soziales Engagement und Persönlichkeitsmuster.
Die zweite Datenquelle des Vorhabens bilden administrative Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit. Die Daten enthalten unter anderem qualitativ hochwertige Informationen zu individuellen Karrierewegen für alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, Arbeitssuchende und weitere Personenkreise in Deutschland.
Die Ergebnisse der Umfrage werden mit den administrativen Daten des IAB zusammengeführt. Damit können die Karrierewege für einzelne Heranwachsende detailliert analysiert werden, sofern sie ihre Zustimmung zur Verknüpfung der Daten geben.
Die ökonometrische Analyse ist sodann Gegenstand eines dritten Arbeitsschritts. Sie beruht primär auf einem Regressionsmodell, das sich die zufällige Zuordnung der Teilnehmenden zur Experiment- und Kontrollgruppe in der früheren Studie zunutze macht. Pre-Treatment-Kontrollvariablen umfassen als demographische Variablen das Geschlecht, das Alter und einen etwaigen Migrantenstatus. Hinzu kommen Informationen zu Privatunterricht, zu elterlicher Unterstützung bei den Hausaufgaben, sowie die fünf klassischen Hauptdimensionen der Persönlichkeit. Verschiedene ökonometrische Techniken sollen die Robustheit der Ergebnisse gewährleisten. Zusätzlich wird eine Mediations- sowie eine Causal-Forest-Analyse durchgeführt. Schließlich erlaubt eine direkte Beobachtung der individuellen Arbeitsmarktergebnisse eine verbesserte Kosten-Nutzen-Analyse des Mentorenprogramms.