Incidence of Carbon Border Adjustment Mechanism on Developing Countries (INCAD)
Die Europäische Union plant die Einführung eines „Carbon Border Adjustment Mechanism“ (CBAM), der nach einer Übergangszeit 2026 in Kraft treten soll.
Ein solcher Mechanismus wirkt wie ein an der Landesgrenze erhobener Zoll bzw. eine Steuer auf Emissionen, die in importierten Gütern enthalten sind. Auf diese Weise werden auch ausländische Produzenten von einem im Inland geltenden CO2-Preis erfasst. Dadurch kann der Verlagerung von Emissionen in Länder, in denen sie nicht bepreist sind, entgegengewirkt werden. Gleichzeitig verbessert sich – global betrachtet – das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Maßnahmen zur Emissionsreduktion auf nationaler Ebene. Insgesamt trägt ein CBAM dazu bei, ein ebenes Spielfeld zwischen Ländern zu schaffen, die CO2-Emissionen unterschiedlich bepreisen. Allerdings gibt es auch Hinweise, dass der Mechanismus (Entwicklungs-)Länder außerhalb der Europäischen Union unverhältnismäßig stark belastet.
Anliegen des Vorhabens ist zu untersuchen, wie effektiv ein CBAM unter Umweltgesichtspunkten ist und ob und wie er die wirtschaftliche Belastung durch eine Bepreisung von Emissionen verschiebt. Darüber hinaus wird herausgearbeitet, wie das Design des CBAM angepasst werden kann, um sozial unerwünschte Ergebnisse zu vermeiden. Im Unterschied zu früheren Analysen geht das Projetteam über eine aggregierte Betrachtung von Ländern hinaus und berücksichtigt die Heterogenität von Ländern vollständig.
Das Vorhaben besteht aus vier Arbeitspakten. Im ersten Arbeitspaket wird das Auftreten von verschiedenen Varianten einer Steuer und ihr Potenzial untersucht, zu einer Verschiebung der Belastung durch einen Emissionshandel beizutragen. Das zweite Arbeitspaket ist der Lastenverschiebung im Zusammenhang mit sektoraler Disaggregation und alternativen Methoden zur Vermeidung von Besteuerungslücken gewidmet. Im dritten Arbeitspaket wird ein quantitativer Vergleich des CBAM mit sogenannten „Rabatt-Angeboten“ vorgenommen. Außerdem werden die Folgen simuliert, wenn Länder wie Kanada, die USA oder China einem CBAM beitreten würden. Das vierte Arbeitspaket weicht von den drei anderen Paketen dahingehend ab, dass es auf die Ebene von Haushalten konzentriert ist. Eines der untersuchten Szenarien beinhaltet, dass Entwicklungsländer auf ein CBAM reagieren könnten, indem sie selbst einen Emissionshandel einführen oder ein bestehendes System auf weitere Sektoren ausdehnen.