Funding Funded Projects Understanding the molecular etiology ATRX in neurodevelopment-associated diseases

Understanding the molecular etiology ATRX in neurodevelopment-associated diseases

Gehirntumore, insbesondere Gliome und Glioblastome, gehören zu den tödlichsten Krebserkrankungen und sind mit herkömmlichen Therapieverfahren kaum zu behandeln.

In vielen derartigen Krebszellen ist das Gen ATRX mutiert und dient deshalb als Marker für die Früherken­nung der Krankheit. Veränderungen von ATRX findet man aber auch bei Krankheiten, die auf eine gestörte Entwicklung des Nervensystems zurückgehen und sich z. B. durch geistige Behinderung und andere Symptome äußern. In seiner normalen Form trägt ATRX also offen­bar einerseits zur normalen Entwicklung des Nerven­systems bei und verhindert andererseits die Tumor­bildung. Wegen dieser Doppelfunktion geht Dr. Eustermann davon aus, dass die nähere Untersuchung der Rolle von ATRX in der Entwicklung auch Aufschlüsse über seine Bedeutung für die Krebsentstehung liefern kann.

Bekannt ist, dass ATRX an der Aufrechterhaltung der Struktur des Chromatins (der Strukturen aus DNA und Proteinen in Zellkern) und an der Genregulation mit­wirkt. Welche Wirkungen es im Laufe der Nervenent­wicklung im Einzelnen hat, ist aber nicht bekannt.

Im Rahmen des Forschungsprojektes werden deshalb die Auswirkungen von ATRX auf die Entwicklung des Nervensystems und auf die Tumorentstehung genauer analysiert. An Kulturen geeigneter Mauszellen, die ein Modellsystem für die Nervenentwick­lung bilden, und an Zellen aus menschlichen Gehirn­tumoren möchte Dr. Eustermann mit molekular- und zellbiologischen, biochemischen und gentechnischen Methoden sowie mit Hilfe der Bioinformatik folgende Fragen beantworten:

  • An welchen Regulationsnetzwerken ist ATRX in den verschiedenen Stadien der Nervenentwick­lung beteiligt? Mit welchen anderen Zellbestand­teilen interagiert es?
  • Welche molekularen Mechanismen sind die Basis für die entscheidenden Funktionen von ATRX bei Nervenentwicklung und Tumorunterdrückung?
  • An welchen mit ATRX interagierenden Proteinen kann man ansetzen, um bei einer Fehlfunktion von ATRX die Tumorentstehung zu verhindern bzw. die Tumorzellen absterben zu lassen?

Insgesamt möchte Dr. Eustermann die zentrale Funktion von ATRX für Nervenent­wicklung und Tumorentstehung genauer durchleuchten und so neue Ansatzpunkte für eine medikamentöse Therapie aggressiver Gehirntumore identifizieren.

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