Funding Funded Projects Analyse der Entstehung und der Pathogenität von Antikörpern gegen glutamic acid decarboxylase 65 bei Patienten mit assoziierten neurologischen Erkrankungen

Analyse der Entstehung und der Pathogenität von Antikörpern gegen glutamic acid decarboxylase 65 bei Patienten mit assoziierten neurologischen Erkrankungen

Verschiedene neurologische Erkrankungen haben ihre Ursache in einem Autoimmunmechanismus, d. h. das Immunsystem richtet sich – u. a. durch die Produktion sogenannter Autoantikörper – fälschlich gegen körpereigene Strukturen.

Eine solche Struktur ist das Enzym Gluta­minsäure-Decarboxylase 65 (glutamic acid decar­boxylase 65, GAD65), das in den Nervenzellen an der Produktion des wichtigen Neurotransmitters  GABA (Gamma-Aminobuttersäure) mitwirkt. Autoantikörper gegen GAD65 findet man bei einer Reihe neurologischer Störungen, die unterschiedliche Krankheitsbilder auf­weisen und unter dem Oberbegriff GAD-Ak-Spektrum Disorders (GAD-Ak-SD) zusammengefasst werden. Bis­her ist aber nicht geklärt, ob die Autoantikörper wirklich die Ursache der Erkrankungen sind und durch welchen Mechanismus diese ausgelöst werden. Entsprechend begrenzt sind auch die Therapieoptionen.

Im Rahmen des Forschungsprojektes wird deshalb genauer untersucht, welche Rolle die Autoantikörper für die Entstehung der GAD-Ak-SD spie­len und wie der Krankheitsmechanismus im Einzelnen aussieht. Dr. Thaler hat zu diesem Zweck bereits Antikörper aus Patienten gewonnen und daraus genetisch einheitliche monoklonale  Antikörper herge­stellt. Mithilfe dieser Antikörper möchte Dr. Thaler mit biochemischen, molekularbiologi­schen und immunologischen Methoden folgende Fragen beantwor­ten:

  • Richten sich die aus einzelnen Patienten und Patientinnen gewonnenen Antikörper gegen unterschiedliche Teile des GAD65-Moleküls? Besteht ein Zusammenhang zwischen dem jeweils angegriffenen Molekülteil und dem klini­schen Bild der Erkrankung?
  • Bestehen Ähnlichkeiten zwischen den angegriffe­nen Molekülteilen von GAD65 und Proteinen von Viren oder Bakterien? Wäre es demnach möglich, dass die Autoantikörper ursprünglich durch die Immunreaktion auf solche Erreger entstehen?
  • Tragen die Antikörper gegen GAD65 tatsächlich zur Krankheitsentstehung bei? Lässt sich die Krankheit demnach durch Injektion solcher Anti­körper im Tierversuch auslösen?
  • Wird die GABA-Produktion in Zellkulturen durch die GAD65-Antikörper beeinträchtigt?

Insgesamt möchte Dr. Thaler mit den Arbeiten neue Erkenntnisse über den Autoimmunmecha­nismus gewinnen, der zu den Krankheiten des GAD-Ak-Spektrums führt, um damit Therapien zielgerichteter zu gestalten oder neue Therapieansätze zu entwickeln.

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