Targeting tumor immune microenvironment modulation and oncogenic signaling by colony stimulating factor-1 receptor in bone and soft-tissue sarcoma
Ein Sarkom ist eine Form des malignen Tumors, das aus Zellen des Bindegewebes hervorgegangen ist, aus dem sich normalerweise Knochen-, Knorpel-, Fett- und Muskelgewebe, aber auch die Zellen des Blutsystems entwickeln würden.
Es gibt über 150 Subtypen von Sarkomen mit ganz unterschiedlichen molekulargenetischen und histologischen Hintergründen, Krankheitsbildern und Risiken, Metastasen und Rezidive zu bilden. Viele Sarkome metastasieren sehr rasch; haben sich bereits Tochtergeschwülste gebildet, so sind die Überlebenschancen der Patientinnen und Patienten nur noch gering. Bei den meisten Subtypen besteht nur die Möglichkeit, das Sarkom operativ zu entfernen, in der Regel in Verbindung mit einer Strahlentherapie und einer systemischen Chemotherapie.
Dr. Chudasama und Dr. Kosaloglu-Yalcin sind über das Forschungsprogramm MASTER mit seinen Genomanalysen von diversen Krebspatientinnen und -patienten auf das Zytokin CSF1 (Makrophagen-Kolonien-stimulierender Faktor) und dessen Rezeptor CSF1-R aufmerksam geworden. CSF1-Signale steuern mit die Ausdifferenzierung und Vermehrung von Makro-phagen, die im Körper normalerweise mit als erste Krankheitserreger bekämpfen. Die Expression des Zytokins CSF1 und seines Rezeptors ist Dr. Chudasama und Dr. Kosaloglu-Yalcin zufolge bei vielen Subtypen stark erhöht. Bei einer Überaktivierung von CSF1 im Umfeld eines Tumors differenzieren sich „Tumor-assozierte Makrophagen“, die nicht nur die Neubildung von Gefäßen anregen, sondern auch Tumorzellen helfen, sich in andere Gewebe abzusiedeln, ohne dabei von T-Zellen erkannt und zerstört zu werden. Eine Überproduktion von CSF1-Rezeptoren regt offenbar generell ein unkontrolliertes Zellwachstum an, führt zu einem Umbau des Zytoskeletts in der Tumorzelle, fördert deren Wachstum und erleichtert deren Überleben. Daher hat es auch bereits Versuche gegeben, diese Signale medikamentös mit entsprechenden Inhibitoren zu unterbinden; diese Ansätze zeigen allerdings bisher nur eine begrenzte Wirkung bei den Tumoren.
Da bisher noch nicht systematisch erfasst wurde, in welchen Sarkomsubtypen CSF1R überexprimiert wird, durchforsten Dr. Chudasama und Dr. Kosaloglu-Yalcin zunächst einmal das gesamte Datenmaterial zu Krebsgenomen aus dem MASTER-Programm unter diesem Aspekt. Bei diesem Screening wird zudem geklärt, welche Subtypen auf eine Inhibitionstherapie ansprechen dürften, ob noch andere Zellen aus dem Immunsystem im Umfeld der Tumoren auf eine verstärkte CSF1-Aktivierung reagieren und welche klinischen Symptome mit einer erhöhten CSF1-/CSF1-R-Aktivität einhergehen. Mithilfe von Transkriptonsanalysen einzelner Immunzellen im Umfeld ausgewählter Sarkome wollen Dr. Chudasama und Dr. Kosaloglu-Yalcin darüber hinaus der Frage nachgehen, welche Gene von Signalen des CSF1-Rezeptors reguliert werden. Schließlich soll überprüft werden, welche Sarkomzellen mit einer Überexpression des CSF1-Rezeptors von Kinasen abhängig sind; auf diese Weise soll abgeklärt werden, in wieweit sie für eine Kombinationstherapie aus den bisher verwendeten Inhibitoren und entsprechenden Kinase-Hemmern in Frage kommen.