Funding Funded Projects ZBTB48 as an essential regulator of CIITA-MHCII-driven adaptive immunity in normal B-cells and diffuse large B-cell lymphoma

ZBTB48 as an essential regulator of CIITA-MHCII-driven adaptive immunity in normal B-cells and diffuse large B-cell lymphoma

Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist die häufigste Neoplasie des lymphatischen Systems und das aggressivste B-Zell-Malignom. Dr. Kappei ist bei einer Analyse publizierter wissenschaftlicher Daten zu verschiedenen Typen von Tumoren aufgefallen, dass speziell bei diesem Lymphom die Überlebenschancen der Patienten mit der Biosynthese des Zinkfingerproteins ZBTB48 korrelieren.

Dr. Kappei kennt das Protein ZBTB48 aus früheren Arbeiten, in denen er nachweisen konnte, dass es einer­seits die Verlängerung von Telomeren unterbindet, andererseits auch die Transkription einiger Zielgene aktiviert. Seinen neueren Arbeiten zufolge geht dieses Protein eine permanente Bindung mit dem Protein CIITA (class II, major histocompatibility complex, transactiva­tor) sowie zwei Sequenzbereichen auf dessen Promotor pIII ein. Das Protein CIITA ist für die Transkription der Gene des Haupthistokompatibilitätskomplexes der Klasse II (MHC-II) so essentiell, dass es oft auch als „Hauptregulator“ der Biosynthese der MHC-II-Genprodukte bezeichnet wird. Ohne funktionelles CIITA können die antigenpräsentierenden Zellen auf ihrer Oberfläche nicht die für die Koordination der Immunabwehr so wichtigen MHC-II-Moleküle präsentieren. Die Regulation dieses Proteins erfolgt über mehrere Isoformen von Promotoren, von denen pIII offenbar der wichtigste für die konstitutive Expression von CIITA in den B-Zellen ist. Experimente Dr. Kappeis an nicht-lymphatischen Krebszelllinien, in denen das ZBTB48-Gen ausgeschaltet war, zeigen, dass diese Zellen kaum noch CIITA-pIII und damit auch kaum noch MHC-II-Moleküle synthetisieren. Bei Untersuchungen an Proben von 44 Patienten mit dem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom konnte immunhistochemisch bestätigt werden, dass diese Patienten umso kürzer leben, je mehr Zinkfingerprotein ZBTB48 deren Zellen synthetis­ieren. Ob es sich dabei um eine reine Korrelation handelt oder ob sie funktionell bedingt ist, muss noch untersucht werden.

Dr. Kappei sieht in der transkriptionellen Regula­tion der adaptiven Immunantwort das molekulare Ereig­nis, das das Protein ZBTB48 mit der Pathogenese des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms verbindet – auch wenn die Folgen einer verstärkten ZBTB48-Expression so weder zu erwarten waren, noch einfach zu erklären sind. Um diese Ungereimtheiten auszuräumen, charakterisiert er in den Untersuchungen zunächst einmal die Regulation der regulären adaptiven Immun­reaktion durch CIITA-pIII. In diesem Zusam­menhang soll der Mechanismus entschlüsselt werden, mit dem das Protein ZBTB48 auf transkriptionel­ler Ebene in die Regulation von CIITA-pIII in den nor­malen B-Zellen sowie den Zellen des diffusen groß­zelligen B-Zell-Lymphoms eingreift. Ein Schwerpunkt der Unter­suchungen liegt auf der Beantwortung der Frage, ob ZBTB48 das Tumorwachstum generell oder aber nur über seinen regulatorischen Einfluss auf die CIITA-Expression fördert. Dazu wird das onkogene Potential des ZBTB48-Proteins für das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom bestimmt. Da ZBTB48 offenbar ein äußerst spezifischer Transkriptionsfaktor ist, lotet Dr. Kappei schließlich aus, in wieweit sich ZBTB48 als prognostischer Marker für die Erkrankung eignet.

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