Funding Funded Projects Schillers Kant Studien. Nach den Anmerkungen in seinem Handexemplar der „Kritik der Urteilskraft‟

Schillers Kant Studien. Nach den Anmerkungen in seinem Handexemplar der „Kritik der Urteilskraft‟

Friedrich Schiller griff während seiner philosophischen Produktion in den 1790er-Jahren (u. a. „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“; „Vom Erhabenen“, „Über Anmut und Würde“) immer wieder zu Kants „Kritik der Urteilskraft“, um sein Verhältnis zur Transzendentalphilosophie zu klären. Es kann daher als Glücksfall gelten, dass Schillers mit zahlreichen Anmerkungen versehenes Handexemplar erhalten ist und heute im Schiller-Nationalmuseum in Marbach liegt.

Ungeachtet der Relevanz, die diesem Dokument für das Verständnis von Schillers transzendentaler Phase beige­messen werden muss, wird es in der Forschung bisher nur sehr ungenügend zur Kenntnis genommen. So sind die darin enthaltenen Anmerkungen beispielsweise in der für die Schillerforschung standardmäßigen Nationalausgabe bis­her nicht ediert worden. Auch der von J. Kulenkampff herausgegebene Band „Materialien zu Kants ‚Kritik der Urteilskraft‘“ (1974) ist für die Auseinandersetzung mit Schillers reifer Ästhetik ungeeignet, da er die Anstrei­chungen, Bemerkungen und Seitenverweise in Schillers Handexemplar nicht systematisch analysiert und kom­mentiert.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, eine neue – digitale – Edition von Schillers Handexemplar der „Kritik der Urteils­kraft“ von Immanuel Kant zu besorgen, die sowohl ein vollständiges Verzeichnis der Randbemerkungen als auch einen Sachkommentar enthält. Mit Hilfe einer digitalen Edition ist es möglich, die unterschiedlichen Anmer­kungsschichten separat sichtbar zu machen und damit ein bestimmtes Stadium von Schillers Lektüre gleichsam einzufrieren. Daneben ist es möglich, die unzähligen Seiten­verweise auf eine Art und Weise zu verlinken, die es erlau­bt, die entsprechenden Passagen parallel zu studieren. Die Neuedition wird auch eine historische Einführung ent­halten, welche Schillers Lektüre von Kants und damit im Zusammenhang stehenden anderen Schriften (etwa Reinholds oder Fichtes) detailliert nachzeichnet und dar­über aufklärt, wie Schillers Aufnahme der Transzenden­talphilosophie vonstattengegangen ist, soweit sich dies aus Briefwechseln, Äußerungen der Zeitgenossen und den neueren Forschungen zum Jena des ausgehenden 18. Jahrhunderts rekonstruieren lässt. Genereller An­spruch der Edition ist es, sowohl den Einstieg in Schillers philosophische Ästhetik zu ermöglichen als auch ausge­wiesenen Schillerforscherinnen und –forschern zuver­lässiges Arbeitsmaterial bereitzustellen. Ob es darüber hinaus sinnvoll wäre, eine Faksimileausgabe zu herauszugeben, wird erst im Laufe des Projekts entschieden.

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