Preußisches Urkundenbuch, Edition des siebten Bandes in vier Teilbänden (1372-1382)
Ziel des Forschungsvorhabens ist es, das seit 1880 in sechs Bänden (mit sechzehn Teilbänden) publizierte Preußische Urkundenbuch mit der Erstellung des siebten und letzten Bandes nach über 140 Jahren Editionsgeschichte abzuschließen. Der letzte Band des Preußischen Urkundenbuches wird mit insgesamt vier Teilbänden die Jahre 1372 bis 1382 und damit die letzte Phase der Herrschaft des Hochmeisters Winrich von Kniprode umfassen.
Das Preußische Urkundenbuch präsentiert in einer Mischung aus Volltexten und Regesten die urkundliche Überlieferung des Hochmeisters des Deutschen Ordens und seines preußischen Staatsgebildes vom 12. bis zum 14. Jahrhundert. Während seiner Blütezeit im Spätmittelalter erstreckte sich der Einflussbereich dieses Ritterordens über 900 km entlang der Ostsee. Als Territorialherr prägte er (u. a. durch Siedlungspolitik, Infrastruktur- und Kultivierungsmaßnahmen, Verwaltungsreformen) die Entwicklung Preußens und Livlands und wirkte als bedeutende europäische Wirtschafts- und Militärmacht bis tief in die damalige städtische und ländliche Gesellschaft.
Im Preußischen Urkundenbuch werden sämtliche überlieferten urkundlichen Zeugnisse des Ordensstaates zusammengestellt, chronologisch geordnet und in kritisch-wissenschaftlicher Aufarbeitung in Form von Transkriptionen bzw. Regesten für die historische Forschung bereitgestellt. Ergänzend hinzugezogen werden Quellen der auf preußischem Territorium verorteten geistlichen Institutionen (u .a. die Bistümer Kulm, Ermland, Gnesen) und (Hanse-) Städte (u. a. Danzig, Thorn, Elbing, Königsberg). Das Preußische Urkundenbuch hat daher eine dezidiert europäische Dimension; es verbessert die Zugänglichkeit der Quellen nicht nur für die deutsche Geschichte, sondern auch für die Vorgeschichte heute polnischer, litauischer, russischer, lettischer und estnischer Gebiete und für die Geschichte der Hanse.