Funding Funded Projects Abschluss der Kritischen-Friedrich-Schlegel-Ausgabe (Band 32)

Abschluss der Kritischen-Friedrich-Schlegel-Ausgabe (Band 32)

Ziel des Projekts ist die Herausgabe des letzten Bandes der „Kritischen Friedrich-Schlegel-Ausgabe“ (KFSA), Band 32 in zwei Teilbänden. Darin werden mindestens 327 bis dato unveröffentlichte Briefe von und an Dorothea Schlegel erstmals publiziert.

Die KFSA – 1958 von Ernst Behler begründet, ab 2007 von Prof. Breuer betreut und als historisch-kritische Ausgabe vorgelegt, seit 2017 ‚born digital‘ erstellt (so dass die Daten in anderen Kontexten nachnutzbar sind) – bietet in 41 Teilbänden und vier Abteilungen: (I) Schriften Schlegels zu Lebzeiten, (II) den handschriftli­chen Nachlass, (III) Briefe von und an Friedrich und Dorothea Schlegel und (VI) Editionen, Übersetzungen und Berichte Friedrichs.

Im Bereich wissenschaftlicher Editionen gehört es zu den Alleinstellungsmerkmalen der KFSA, dass darin auch die gesamte Korrespondenz einer Ehepartnerin enthalten ist. Die Brief-Abteilung, ursprünglich auf zehn Bände veran­schlagt, umfasst nun 14 Teilbände – bedingt durch sys­tematische Recherchen und Neufunde sowie durch die seit den 1990er Jahren empfohlene und von Prof. Breuer eingeführte Erweiterung um ‚erschlossene Briefe‘ (die nicht überliefert, aber aus anderen Quellenbelegen her­leitbar sind), wobei die Annahmen sorgfältig begründet werden. Sämtliche Brieftexte werden mit textkritischem Anhang und kommentierten Registern veröffentlicht.

Die Arbeiten an der KFSA wurden 2008-12 von der Stif­tung und von 2012-23 von der DFG gefördert. Die Weiterarbeit an der Edition wurde erforderlich, weil im Jahr 2020 völlig unerwartet 211 Briefe Friedrich und Dorothea Schlegels an Christine von Stransky wie­derentdeckt wurden, die als Kriegsverlust gegolten hatten und lediglich in einer stark gekürzten Edition (2 Bde. 1907-11) bekannt waren.

Diese laut der Forschung bedeutendste Korrespondenz aus Friedrichs letzten Jahren – mit Einblicken in seinen Wiener Alltag, seine Freundschaftspflege, seine religiöse Stimmungswelt und seine Verstrebung mit der katholi­schen Restauration in Bayern – war größtenteils in Band 31 einzuarbeiten (dieser umfasst nun ca. 1.500 statt der geplanten 900 Seiten). Dadurch verzögerten sich die Abschlussarbeiten an Band 32.

Band 32,1 wird die Korrespondenz Dorotheas 1829-39 enthalten: 335 Briefe, davon 160 ungedruckt, ca. 700 Seiten. Diese Phase ihres Lebens ist u. a. mangels Quellengrundlage bislang weitgehend un­beleuchtet. Die Briefe zeigen sie nach ihrem Umzug nach Frankfurt zu ihrem Sohn Philipp Veit, einem Vertreter der Nazarener: als Nachlassverwalterin und Haupt­herausgeberin der Werke ihres Mannes, die seine Rezep­tion steuert, geschäftstüchtig verhandelt, um seine Schulden zu tilgen, und sich karitative Betätigung zur Lebensaufgabe macht. Ihr geographisch und sozial weit­reichendes Korrespondenznetzwerk zeichnet sich u. a. dadurch aus, dass es neben wichtigen Persönlichkeiten aus Religion, Kunst, Literatur und Politik auch Frauen mit bislang weitgehend unbekannten Biographien umfasst. Es bietet eine Grundlage für eine Neubewertung der Au­torin und ihrer diversen Rollen, zudem für Forschungen zur Spät-Romantik, zu Kunst, Literatur und Gesellschaft der Restaurationszeit, zu politischen und religiösen Um­wälzungen und humanitären Nöten (der Choleraepide­mie), Briefkultur und -materialität, für Gender Studies u. v. a.

Band 32,2 wird 223 Briefe enthalten, davon 167 bisher ungedruckt, ca. 322 Seiten. Er versammelt die Supple­mente zur III. Abteilung und damit Nachträge und Neufunde aus über 40 Jahren Schlegelforschung: Briefe an Rahel Varnhagen, frühe Briefe aus Friedrichs Studienzeit, Verlagskorrespondenzen mit Aufschlüssen über seine Werkpolitik und seine Finanzmiseren, 21 der Briefe an Christine von Stransky u. v. a.

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