Funding Funded Projects The role of epigenetic mutations in the development of ovarian cancer during adjuvant chemotherapy with and without lifestyle intervention

The role of epigenetic mutations in the development of ovarian cancer during adjuvant chemotherapy with and without lifestyle intervention

Eierstockkrebs ist bei Frauen die zweithäufigste und tödlichste Krebsform.

Beteiligt sind in vielen Fällen Verände­rungen des Gens BRCA1. Dabei kann es sich nicht nur um Mutationen der DNA selbst handeln, sondern auch um epigenetische Modifikationen, d. h. um Veränderun­gen der Genregulation. Ein wichtiger Mechanismus ist dabei die Methylierung, d. h. die Bindung chemischer Methylgruppen an bestimmte DNA-Abschnitte. Wie Dr. Joosse nachweisen konnte, trägt insbesondere die übermäßige Methylierung („Hypermethylierung“) von BRCA1 offenbar zum Eierstockkrebs bei. Sie wird häufig durch Chemotherapie zunächst beseitigt, entwickelt sich aber später neu, was zu einem erneuten Aufflammen der Krankheit und letztlich in vielen Fällen zum Tode führt. Den gleichen Effekt können auch andere epigenetische Veränderungen haben.

Im Gegensatz zu den eigentlichen DNA-Mutationen lassen sich epigenetische Veränderungen durch die Lebensweise (Rauchen, Ernährung, Bewegung) beeinflussen. Entsprechende Effekte wurden für verschiedene Krebsformen nachgewiesen. Genaue Kenntnisse über die beteiligten Mechanismen fehlen jedoch.

Dr. Joosse ist an der „BENITA-Studie“ beteiligt, mit der die Auswirkungen der Lebensweise auf den Ver­lauf des Eierstockkrebses und die Wirkung der Chemotherapie an Patientinnen systematisch untersucht wer­den. Dazu wird eine Gruppe von Probandinnen mit der Standardtherapie behandelt, die andere verändert zusätzlich ihre Lebensweise. Im Rahmen des Forschungsprojekts soll geklärt werden, wie sich die veränderte Lebensweise auf die epigeneti­schen Veränderungen von BRCA1 auswirkt. Im Einzelnen sollen an Gewebe- und Blutproben von Probandinnen und zum Vergleich von gesunden Frauen gleichen Alters mit molekularbiologischen und immunologischen Metho­den sowie mit Verfahren der Bioinformatik folgende Fragen beantwortet werden:

  • Welchen Methylierungszustand hat die DNA der einzel­nen Studienteilnehmerinnen ganz allge­mein? Bestehen Zusammenhänge zwischen DNA-Methylierung, Krebser­krankungen und Lebens­alter?
  • Lassen sich epigenetische Modifikationen nach­weisen, die für den Tumor typisch sind? Wie ver­ändern sich diese Modifikationen im Verlauf der Studie mit und ohne ver­änderte Lebensweise? Welche Veränderungen treten durch die Chemo­therapie ein?
  • Welche Rolle spielen zufällige epigenetische Ver­änderun­gen, die nur bei einzelnen Probandinnen auftreten? Lässt sich hier ein Zusammenhang mit Aspekten der Lebens­weise nachweisen?

Insgesamt möchte Dr. Joosse im Rahmen der BENITA-Studie neue Aufschlüs­se über die epigenetischen Mechanismen der Krebsent­stehung gewinnen und die Voraussetzungen für die Ent­wicklung neuer Medikamente und Lebensstilveränderun­gen zur Therapieverbesserung schaffen.

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