Historie

Die Fritz Thyssen Stiftung kann auf eine mittlerweile über fünfzigjährige Tätigkeit in der Förderung der Wissenschaften zurückblicken.

Sie wurde am 7. Juli 1959 als selbstständige gemeinnützige Stiftung privaten Rechts gegründet. Amélie Thyssen und ihre Tochter Anita Gräfin Zichy-Thyssen riefen die Stiftung im Gedenken an August und Fritz Thyssen ins Leben.

Fritz Thyssen wurde als ältester Sohn des Unternehmers August Thyssen am 9. November 1873 in Mülheim an der Ruhr geboren. 1900 heiratete er die Fabrikantentochter Amélie zur Helle. Am 13. Mai 1909 kam ihre gemeinsame Tochter Anita zur Welt. 1926 – nach dem Tod von August Thyssen – brachte er sein industrielles Erbe in die Vereinigte Stahlwerke AG ein. Dort fungierte er von 1926 bis 1939 als Aufsichtsratsvorsitzender. Am 8. Februar 1951 starb Fritz Thyssen im Alter von 77 Jahren in Buenos Aires.

Die Stifterinnen brachten 1959 ein Aktienpaket der August Thyssen-Hütte AG im Wert von 100 Millionen DM in die Stiftung ein. Das Aktienpaket stammte aus ihrem Privatvermögen. Die Fritz Thyssen Stiftung war die erste große private wissenschaftsfördernde Einzelstiftung, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik Deutschland errichtet wurde. Die Unterstützung medizinischer Forschungsvorhaben sowie des wissenschaftlichen Nachwuchses war den Stifterinnen dabei ein besonderes Anliegen. Aus diesem Grund wurde in der Satzung die Förderung der Wissenschaft an wissenschaftlichen Hochschulen und Forschungsstätten festgelegt.

Amélie Thyssen und ihre Tochter wurden im  Rahmen der Errichtung der Stiftung durch Dr. h.c. Robert Pferdmenges – den ältesten Freund der Familie Thyssen – durch Prof. Dr. Robert Ellscheid – den Testamentsvollstrecker von Fritz Thyssen – sowie Dr. Dr. h.c. Kurt Birrenbach und Dr.-Ing. E.h. Hans-Günther Sohl beraten. Auch der damalige Bundeskanzler, Konrad Adenauer, bestärkte Amélie Thyssen in ihrem Vorhaben, eine wissenschaftsfördernde Stiftung zu gründen. Am 10. Juli 1959 wurde die Fritz Thyssen Stiftung durch den damaligen Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Hermann Josef Dufhues, genehmigt.

Das erste Kuratorium setzte sich aus den folgenden Mitgliedern zusammen:

  • Dr. h.c. Robert Pferdmenges, Vorsitzender
  • Prof. Dr. Robert Ellscheid, stellv. Vorsitzender
  • Dr. Dr. h.c. Kurt Birrenbach, stellv. Vorsitzender
  • Dr. Julian Freiherr von Godlewski
  • Dr. h.c. Harald Kühnen
  • Dr.-Ing. E. h. Hans-Günther Sohl
  • Fritz Berg

Von entscheidender Bedeutung war die Berufung des ersten Wissenschaftlichen Beirates. Bei der Auswahl der Beiratsmitglieder wurde das Kuratorium von Prof. Dr. Helmut Coing, dem damaligen Vorsitzenden des Wissenschaftsrates beraten. Auch Prof. Dr. Dr. h.c. Adolf Butenandt (Präsident der Max-Planck-Gesellschaft), Prof. Dr. Gerhard Hess (Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft) sowie Dr. Ernst-Hellmut Vits (Vorsitzender des Vorstands des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft) und Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Jahrreiß (Präsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz) unterstützte das Kuratorium bei der Auswahl der Mitglieder des Beirats.

Die ersten Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats waren:

  • Prof. Dr. Helmut Coing, Vorsitzender
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Jahrreiß, stellv. Vorsitzender
  • Prof. Dr. Arnold Bergsträsser
  • Prof. Dr. Götz Briefs
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Adolf Butenandt
  • Prof. Dr. Alois Dempf
  • Lazy Graf Henckel von Donnersmarck
  • Prof. Dr. Ulrich Haberland
  • Prof. Dr. Gerhard Hess
  • Prof. Dr. Paul Martini
  • Prof. Dr. Hans Peters
  • Dr. Hans Reuter
  • Prof. Dr. Hans Rothfels
  • Prof. Dr. Wolfgang Schadewaldt
  • Prof. Dr Hermann Schenck
  • Prof. Dr. Helmut Thielicke
  • Dr. Ernst-Hellmut Vits
  • Prof. Dr. Carl Friedrich von Weizäcker
  • Prof. Dr. Theodor Wessels

Dem ersten Vorstand gehörten 1961 Dr. Ernst Coenen und kurzfristig Finanzpräsident a.D. Georg Eichhorn an. An seiner Stelle wurde 1963 Kultusminister a.D. Werner Schütz berufen.

Die Fritz Thyssen Stiftung hat seit ihrem Bestehen insgesamt rund 494 Millionen Euro für die Förderung der Wissenschaften bewilligt.

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