Learning from Partners

Learning from Partners

Positives Feedback von Partnern unterstreicht die hohe Qualität der Arbeit von Stiftungen.

Stiftungspartner zeigen sich sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit und schätzen sowohl die Professionalität der Organisationen als auch ihre individuellen Vorzüge und Schwerpunktsetzungen. Im Umgang mit der Digitalisierung lassen sich divergierende Perspektiven feststellen.

Stiftungen werden von ihren Partnern als renommierte, verlässliche und anspruchsvolle Organisationen geschätzt. Zudem zeigt sich mit über 90 % die große Mehrheit von Stiftungspartnern sehr und eher zufrieden mit dem Kontakt und der Zusammenarbeit zu ‚ihrer‘ Stiftung. Hingegen äußern sich die Stiftungspartner eher verhalten zu Fragen der Digitalisierung und ihrer möglichen formalen oder inhaltlichen Umsetzung innerhalb der Stiftungen. Dies sind drei Ergebnisse aus der dritten Erhebungswelle der umfangreichen Feedbackstudie „Learning from Partners“. Acht deutsche Stiftungen haben 2018 an diesem Forschungsprojekt, das am Centrum für Soziale Investitionen und Innovationen der Universität Heidelberg durchgeführt wurde, teilgenommen. Das als Trendstudie konzipierte Forschungsprojekt evaluiert systematisch die Zusammenarbeit zwischen Stiftungen und ihren Antragstellern sowie Förderpartnern. Im Rahmen einer Online-Umfrage wird ein umfassendes Feedback zu den Themen Zufriedenheit, Administration, Capacity Building sowie zur allgemeinen Wahrnehmung erhoben.

In Einzelberichten erfahren die Stiftungen konkretes Feedback

Die Ergebnisse erhalten alle acht beteiligten Stiftungen in Einzelberichten aufgearbeitet. Dort werden die stiftungsindividuell erzielten Resultate am Durchschnitt der Ergebnisse aller acht Umfragen vorgestellt. Darüber hinaus können bei den Stiftungen, die wiederholt an dem Forschungsprojekt teilgenommen haben, die Ergebnisse der Erhebung 2018 mit den Ergebnissen aus 2015 verglichen werden. Hieraus eröffnet sich für die Stiftungen individuell die Möglichkeit abzulesen, ob die in den vergangenen Jahren durchgeführten internen Veränderungen die intendierten Effekte erzielt haben.

Einen allgemeineren Eindruck in die Entwicklungsprozesse von Stiftungen vermittelt der Gesamtbericht, dessen Auswertungen ebenfalls vergleichend angelegt sind. Hier zeigt sich, dass es den Stiftungen gelungen ist, die Zufriedenheit unter allen Befragten in der Phase der Antragstellung zu erhöhen (2015: 81,7 % sehr und eher zufrieden; 2018: 87 % sehr und eher zufrieden). Dies unterstreicht die Bemühungen der Stiftungen, ungeachtet der letztlichen Entscheidung über einen Antrag durch eine professionelle Beratung einen guten Kontakt herzustellen. Bezüglich der Fragen der Digitalisierung und ihrer Auswirkungen auf Stiftungen gibt es unter den befragten Antragstellern und Partnern hingegen divergierende Ansichten. Nur 25,7 % präferieren Förderschwerpunkte zu diesem Thema, 23,9 % können sich ein interaktives Antragsportal vorstellen. Hingegen haben sich 64,2 % einer Antwort zu Fragen der Digitalisierung komplett enthalten und haben dies auch in qualitativen Anmerkungen untermauert.

Ziel der Studie ist es, basierend auf dem Feedback der Partner Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten des Stiftungshandelns zu identifizieren, um in der Folge die stiftungsinternen Abläufe weiter zu professionalisieren. Im deutschen Stiftungssektor ist „Learning from Partners“ das bislang einzige Forschungsvorhaben, das seit 2011 die Organisationsentwicklung von Stiftungen vergleichend untersucht. Dem Konsortium der acht Stiftungen, die das Projekt im Jahr 2018 gefördert und sich an der Evaluation durch ihre Partnern beteiligt haben, gehören der Boehringer Ingelheim Fonds, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Fritz Thyssen Stiftung, die Klosterkammer Hannover, die Software AG – Stiftung, die Stiftung Mercator, die VolkswagenStiftung sowie die Wilhelm Sander-Stiftung an. Drei der acht genannten Stiftungen waren an allen drei Erhebungswellen (Fritz Thyssen Stiftung, Stiftung Mercator, VolkswagenStiftung), drei Stiftungen haben sich zum zweiten Mal beteiligt (Klosterkammer Hannover, Software AG – Stiftung, Wilhelm Sander-Stiftung). Zwei Stiftungen sind in dieser dritten Welle neu hinzugekommen (Boehringer Ingelheim Fonds, Deutsche Bundesstiftung Umwelt).

Methodisches Vorgehen und Leitbild aus den USA

Die ursprüngliche Idee für „Learning from Partners“ stammt aus den USA. Seit 2002 wird dort durch das Center for Effective Philanthropy der Grantee Perception Report erstellt.

Im Zeitraum von Januar 2018 bis März 2018 hat das CSI – wie schon 2015 und 2012 – mit einem für das deutsche Stiftungswesen eigens entwickelten Online-Fragebogen 7.499 Partner von acht deutschen Stiftungen befragt. Die Rücklaufquote lag mit 1.836 vollständig ausgefüllten Antwortdatensätzen bei 26,5 %. Die Daten wurden anonym erhoben. Es wurden Projektpartner aus dem Jahr 2017 befragt, deren Projekte in diesem Jahr neu bewilligt wurden, bereits liefen oder offiziell in Form einer Absage nicht bewilligt wurden. Unter den vollständig ausgefüllten Antwortdatensätzen waren 424 Projektpartner aus abgelehnten Projekten.

Kontakt:

Dr. Volker Then (Geschäftsführender Direktor)
Martin Hölz, M.A. (Projektleitung)

Forschungsstelle Centrum für Soziale Investitionen und Innovationen (CSI)
Max-Weber-Institut für Soziologie
Universität Heidelberg
Bergheimer Str. 58
69115 Heidelberg

martin.hoelz@csi.uni-heidelberg.de
06221 / 54-119 84

Weitere Informationen:

Den Gesamtbericht sowie weiterführende Links zu den Einzelberichten der teilnehmenden Stiftungen finden Sie unter

www.soz.uni-heidelberg.de/learning-from-partners