Pro Geisteswissenschaften
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Kurzinfo
Die Förderinitiative "Pro Geisteswissenschaften" ist ein gemeinsames Angebot der Fritz Thyssen Stiftung und der VolkswagenStiftung. Die Stiftungen setzen damit ein deutliches Zeichen für die Geisteswissenschaften. Gerade für den entstehenden europäischen Hochschul- und Wirtschaftsraum sind die Geisteswissenschaften in vieler Hinsicht Vorreiter - und sollten es künftig noch stärker sein. Denn mindestens ebenso groß wie die naturwissenschaftlich-technischen und ökonomischen Aufgaben sind für das Zusammenwachsen des erweiterten Europas die geisteswissenschaftlich-kulturellen Herausforderungen.
Das Förderangebot soll Forschung insbesondere dort unterstützen, wo sie sich in den Grenz- und Überschneidungsbereichen der Fächer bewegt und wo sie sich neue, schwierige Felder erschließt. Dabei geht es sowohl darum, hoch qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchs in den Geisteswissenschaften zu halten als auch jenen ein attraktives Angebot zu machen, die durch hervorragende Arbeiten bereits Renommee und einen festen Platz in der Wissenschaft gewonnen haben. "Pro Geisteswissenschaften" ist explizit auf die spezifischen Rahmenbedingungen, Bedürfnisse und Möglichkeiten der geisteswissenschaftlichen Forschung zugeschnitten. Die Initiative wendet sich vorrangig an die Geisteswissenschaften im engeren Sinne, bezieht jedoch durchaus andere Disziplinen ein, insbesondere aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Bereich.
"Pro Geisteswissenschaften" umfasst zwei Komponenten:
- "Dilthey-Fellowships" für den hoch qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchs in den Geisteswissenschaften;
- "opus magnum": Freistellungen für herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ein größeres wissenschaftliches Werk verfassen möchten - durch Finanzierung der Lehrvertretung.
Anträge für die Fördersegmente "Dilthey-Fellowships" und "opus magnum" nimmt die VolkswagenStiftung - ihr obliegt die Federführung für die gemeinsame Initiative - entgegen. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Förderkomponenten sowie zum Bewerbungs- und Auswahlverfahren sind auch nachzulesen im Merkblatt für Antragsteller.
Für weitere Auskünfte steht Ihnen die Geschäftsstelle der VolkswagenStiftung zur Verfügung.
Ansprechpartnerin:
Dr. Gudrun Tegeder
Telefon: +49 (0)511 8381-289
Fax: +49 (0)511 8381-344
E-Mail: tegeder(at)volkswagenstiftung.de
Die Zeitschrift wissenschaftsmanagement stellt in einem Special (Ausgabe November 2007) die Initiative "Pro Geisteswissenschaften" vor und verknüpft sie mit aktuellen Diskussionen über die Studienreform, die Berufsfähigkeit von Absolventen und die Zukunft der Geisteswissenschaften.
Dilthey-Fellowships
Mit den "Dilthey-Fellowships" - benannt nach dem deutschen Philosophen Wilhelm Dilthey (1833 bis 1911) - schließen die beteiligten Stiftungen eine wesentliche Lücke in der Förderung des geisteswissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland. Das Angebot wagt sich bewusst an die Fachgrenzen der Geisteswissenschaften heran und reicht zum anderen wesentlich über bisher übliche Projekt- und Stipendienfristen hinaus. Hier sollen exzellente junge Forscherinnen und Forscher nach ihrer Promotion Themen bearbeiten können, die den Geisteswissenschaften neue Gebiete erschließen und die auf Grund ihrer Komplexität oder ihres höheren Risikos von vornherein längere Planungs- und Zeithorizonte benötigen. Junge, über herkömmliche Grenzen hinaus denkende Wissenschaftler erhalten so die Chance, sich zu führenden Vertretern ihres Wissensgebietes zu entwickeln. Bis zu zehn solcher Fellowships vergeben die Stiftungen pro Jahr. Sie beinhalten neben Personalmitteln auch Sachmittel für Aufwendungen im Zusammenhang mit dem jeweiligen Vorhaben.
Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die Vorhaben in eine deutsche Hochschule oder außeruniversitäre Forschungseinrichtung eingebunden sind. Eine Altersgrenze besteht nicht, allerdings sollte die Promotion nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden zunächst für fünf Jahre gefördert. Nach einer positiven Evaluation ist eine Verlängerung um drei - plus gegebenenfalls weitere zwei - Jahre möglich. Neben der reinen Forschungstätigkeit sollten sich die Fellows an der Lehre beteiligen und nach Möglichkeit über weitere Drittmittel Doktoranden in ihre Arbeit einbinden. Das Auswahlverfahren verläuft in zwei Stufen: Aus den schriftlichen Anträgen wird zunächst eine Vorauswahl getroffen. Anschließend erhalten diese Bewerber die Möglichkeit, ihr Vorhaben persönlich zu präsentieren. Die endgültige Entscheidung für eine Förderung trifft ein Steering Committee aus Vertretern der beteiligten Stiftungen.
Bewerbungsschluss für die jährliche Ausschreibung ist jeweils der 15. September.
opus magnum
Geisteswissenschaftlern fehlt oft die Zeit, aus der eigenen Arbeit heraus "das große Werk" zu verfassen. Gerade in diesen Fächern ist die Monografie aber noch immer diejenige Publikationsform, die - zumeist - die wissenschaftliche Entwicklung am nachhaltigsten voranbringt. An dieser Stelle greift die Förderkomponente "opus magnum", zweiter Baustein von "Pro Geisteswissenschaften". Forscherinnen und Forscher, die sich durch herausragende Arbeiten ausgewiesen haben, können sich für einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu zwei Jahren von ihren sonstigen Aufgaben freistellen lassen, um sich auf die Abfassung eines größeren, möglichst originellen wissenschaftlichen Werks zu konzentrieren. Von den beteiligten Stiftungen werden dabei die Kosten für die Lehrvertretung getragen. Darüber hinaus unterstützen sie die Entstehung der Publikation.
Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die betreffenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Fortzahlung ihrer Dienstbezüge freigestellt oder beurlaubt werden - und dass eine Lehrvertretung aus dem wissenschaftlichen Nachwuchs bereit steht. Die Freistellung muss zusätzlich erfolgen und darf bei der Bemessung regulärer Freisemester nicht angerechnet werden. Als Lehrvertretung sollten nur Wissenschaftler zum Einsatz kommen, die noch nicht über eine feste Stelle verfügen. Insofern trägt "opus magnum" gleichzeitig zur Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses bei. Die Stiftungen fördern in diesem Segment bis zu zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler pro Jahr.
Die Bewerber werden auf der Grundlage ihrer schriftlichen Anträge ausgewählt. Die endgültige Entscheidung für eine Förderung trifft ein Steering Committee aus Vertretern der beteiligten Stiftungen.
Bewerbungsschluss für die jährliche Ausschreibung ist jeweils der 15. September.

