Prof. Wolfram Pyta erhält Forschungspreis des Landes Baden-Württemberg 2008 - Die Rolle Paul von Hindenburgs in neuem Licht
29. Mai 2009
Für sein Werk über das politische Wirken des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg wurde Professor Wolfram Pyta vom Lehrstuhl Neuere Geschichte der Universität Stuttgart mit dem Forschungspreis des Landes Baden-Württemberg 2008 ausgezeichnet. Die Arbeiten zu der im Jahre 2007 erschienenen Monographie wurden maßgeblich von der Fritz Thyssen Stiftung unterstützt.
Professor Pyta: „Ich fasse diese Auszeichnung als Anerkennung für die geisteswissenschaftliche Wissenskultur auf, die nicht zuletzt dank der gezielten Förderung durch die Fritz Thyssen Stiftung imstande ist, wissenschaftliche Vorhaben, zu deren Realisierung ein langer Atem benötigt wird, in eine monographische Form zu kleiden.“
Der Stuttgarter Historiker liefert in seiner Arbeit einen neuen Erklärungsansatz zur historischen Rolle Paul von Hindenburgs. Er sieht in Hindenburg keineswegs eine „altersschwache Schachfigur", die nach Belieben vorgeschoben werden konnte, sondern einen Machtmenschen, dessen Mythos und Charisma ihm die notwendige Stärke verliehen haben, politische Entscheidungen zu treffen und Hitler die Reichskanzlerschaft zu ermöglichen. Die Umwandlung von symbolischem und kulturellem Kapital in politische Macht, wie sie bei Hindenburg stattgefunden hat, war bisher nicht systematisch erforscht worden.

